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Zankapfel Kurzstreckenflug: Mehrheit der Deutschen für Verbot

Flugzeug, Flug, Reisen
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Der Begriff „Kurzstreckenflug“ ist seit der Verabschiedung eines solchen in Frankreich vor wenigen Wochen ein wahres Reizwort in Europa. Im ORF Pressegespräch am Sonntag sprach sich die österreichische Umweltministern Leonore Gewessler ( Die Grünen ) Ende April auch für ein solches für Inlandsflüge in Österreich aus. Dabei bezieht sie sich auf eine Regelung für die Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA). Ist eine Strecke innerhalb von drei Stunden mit dem Zug erreichbar, soll sie nicht beflogen werden. Das gilt im Moment für die Route „Salzburg – Wien“ und dann zukünftig gegebenenfalls auch für die Verbindungen „Graz – Wien“ und „Klagenfurt – Wien“, wenn die Südbahn voraussichtlich 2028 fertig ausgebaut ist.

Auch in Deutschland ist das Thema momentan wieder aktuell. In dem Land wird diesen Herbst ein neues Staatsoberhaupt gewählt und damit ist, gut drei Monate vor der Wahl, der Kampf um den Vorsitz bereits im vollem Gange. Im Zuge dessen sprachen sich nun auch zwei Kanzlerkandidat:Innen für eine Reduzierung des Flugverkehrs aus. Der Kanzlerkandidat der SPD, Olaf Scholz, sprach gegenüber dem Privatsender Pro Sieben von einer Preisgrenze aus, um die Anzahl von Billigfliegern zu verringern. Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sprach sich im Gespräch mit der Bild am Sonntag ebenfalls gegen Billigflüge aus und auch gegen Kurzstreckenflüge. Die dürfe es perspektivisch nicht mehr geben, so Baerbock.

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Kurzstreckenflüge entweder abschaffen oder stärker besteuern

Während diese Aussage unter anderem bei dem Kanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet, auf wenig Gegenliebe trifft, scheint ein Großteil der Deutschen diese zu unterstützen. So zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Wie diese berichtet, würden 34 Prozent der Befragten eine höhere Besteuerung von Kurzstreckenflügen unterstützen. 24 Prozent wären für eine komplette Abschaffung von Kurzstreckenflügen, während 26 Prozent nichts verändern würden. Interessanterweise sprachen sich im Rahmen dieser Umfrage auch ein Großteil (43 Prozent) für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h auf den deutschen Autobahnen aus. Diese ist ebenfalls ein Punkt auf den Agenden von SPD und den Grünen. Bisher gilt lediglich in Deutschland eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h auf den Autobahnen. Auf Streckenabschnitten ohne anderweitige Kennzeichnung ist diese aber nicht verbindlich.

Auch auf europäischer Ebene wurde die Thematik der Kurzstreckenflüge kürzlich thematisiert. Der EU-Klimakommissar Frans Timmermans tendiert ebenfalls zu einem Ende von Kurzstreckenflügen in Europa. Erreicht werden soll das aber durch eine höhere Attraktivität von Zugfahrten statt Verboten, wie die Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ berichten. Die Thematik dürfte also noch länger zu Diskursen in den einzelnen Ländern und dem Staatenverbund führen.

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