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Kreislaufwirtschaft

Wurmkiste.at: „Haustier-Würmer“ erzeugen hauseigenen Kompost

David Witzeneder, Gründer von Wurmkiste.at, mit seinem Produkt © Wurmkiste.at
David Witzeneder, Gründer von Wurmkiste.at, mit seinem Produkt © Wurmkiste.at

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft kann viel dazu beitragen, die Verschwendung von Ressourcen und CO2-Emissionen, die bei der Abfallbeseitigung entstehen, zu reduzieren. Eine Methode, um in privaten Haushalten Bioabfälle wiederzuverwerten, ist die Wurmkompostierung. Dabei verfüttert man den Biomüll einfach an Kompostwürmer, deren Ausscheidungen wiederum als nährstoffreicher Dünger dient. Es ist möglich, diese Würmer sogar in der Wohnung in Kisten zu halten. Ein Startup, das genau solche Kisten anbietet, ist Wurmkiste.at aus Oberösterreich.

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„Kompostwürmer sind die perfekten Haustiere“

Wurmkiste.at hat den Start im Jahr 2015 hingelegt und bietet Holzkisten, die für die Kompostwürmer die ideale Umgebung bieten sollen und gleichzeitig als gepolsterte Sitzmöbel funktionieren sollen. Die Haltung der Würmer soll sehr unkompliziert sein. „Kompostwürmer sind die perfekten Haustiere. Sie sind selbstständig, machen natürlich ins Kisterl, verhalten sich ruhig und riechen nicht. Sie verbringen den Tag mit Vorliebe in der Dunkelheit und lassen sich gerne mit besonderen Leckerbissen verwöhnen“, heißt es von Wurmkiste.at. Gründer David Witzeneder hatte die Idee beim Studium an der BOKU, als er merkte, dass in Wien zu viel Bioabfall in der Restmülltonne landet. Dagegen wollte er eine natürliche Lösung finden.

Kund:innen können im Online-Shop der Jungfirma sowohl die Kisten als auch die Würmer und entsprechenden Zubehör bestellen. Der Preis für eine Kiste in gewöhnlicher Größe liegt zwischen 179 Euro und 299 Euro. Es gibt auch eine kleinere Version für 139 Euro sowie eine Familien-Version für mindestens 359 Euro. Eine Startpopulation von Würmern kostet 38 Euro. Zwar sollen die Würmer sehr leicht zu handhaben sein und auch am liebsten in der Box bleiben, jedoch reicht es laut dem Startup nicht, ihnen nur Bioreste zuzuwerfen. Um mit den Kompostwürmern richtig umzuspringen, bietet die Jungfirma auch Workshops an.

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Vier Millionen Kilo Biomüll durch Wurmkiste.at verwertet

Mit seinen natürlichen Kompostprodukten finden Wurmkiste.at viel Anklang bei Kund:innen. Im Jänner waren laut dem Startup in Wien etwa 2.500 der Boxen im Einsatz. Kürzlich hat das Jungunternehmen auch einen neuen Meilenstein erreicht: Insgesamt vier Millionen Kilogramm an Biomüll hat die Klientel seit der Gründung mit den Kisten verwertet. Diese Schätzung hat die Jungfirma mit Angaben aus der Kund:innen-Community errechnet, mit der sie auf Social Media stark interagiert. Bis Jahresende will Wurmkiste.at die Marke von fünf Millionen Kilo erreichen.

Die Kisten haben auch eine sehr positive Klimabilanz. Gemeinsam mit pulswerk, dem Beratungsunternehmen des österreichischen Ökologieinstituts, hat das Startup errechnet, wie viel CO2 bei der Herstellung und beim Transport sowie bei der Kompostierung des Bioabfalls entsteht. Das Ergebnis: Die Kiste bindet jedes Jahr 67 Kilogramm an CO2 und ist damit klimapositiv. Die Bilanz sei außerdem besser als die bei der gewöhnlichen Restabfallverbrennung sowie der gewerblichen Erzeugung von Kompost. Die kompakte Kiste kann also selbst in der Großstadt einen wichtigen Teil zur Kreislaufwirtschaft leisten, einen natürlichen Dünger für Pflanzen erhalten und gleichzeitig etwas gegen die CO2-Emissionen tun.

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