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Fleischersatz

Wiener Startup „Die Pflanzerei“ will vegane Alternative zu Metzgerei sein

Pflanzerei-Gründerin Nadina Ruedl © Nadina Ruedl
Pflanzerei-Gründerin Nadina Ruedl © Nadina Ruedl

Mit veganen Fleischalternativen will das Wiener Startup „Die Pflanzerei“ die Essgewohnheiten der Österreicher:innen nachhaltiger machen. Das Jungunternehmen versteht sich als „vegane Metzgerei“ und will fleischlose Versionen von österreichischen Klassikern wie dem Leberkäse bieten. Die Herstellung soll um bis zu 89 Prozent weniger CO2-Emissionen erzeugen als bei gewöhnlichem Fleisch. Ab Ende 2021 will die Pflanzerei ihren ersten Store in Wien eröffnen. Kürzlich hat es das Startup in die Top 10 der Start-up-Initiative „greenstart 2021“ des Klima- und Energiefonds geschafft.

„Nähe zur Kundschaft aufbauen“

„Mein großer Wunsch ist es, veganen Produkten die Anonymität zu nehmen, die sie verpackt in Supermärkten oft haben. Die Pflanzerei soll eine Nähe zur Kundschaft aufbauen und Bewusstsein dafür schaffen, dass nachhaltige Ernährung auch schmackhaft und ohne Schuldgefühle sein kann. Ich will bei veganer Ernährung nur das essen, was mir schmeckt und was ich gewohnt bin“, sagt Gründerin Nadina Ruedl. Zwar verwendet das Startup für seine Produkte möglichst wenige künstliche Inhaltsstoffe, an erster Stelle sollen dennoch der Geschmack und die Textur stehen. Die Fleischalternativen sollen dem umweltunfreundlichen Original möglichst ähnlich sein.

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Neben Leberkäse bietet die Pflanzerei auch fleischlose Bratwürste, Burgerpattys und kalte Wurst. Die Zutaten sind dabei hauptsächlich Erbsen, Sonnenblumenkerne und regionales Gemüse. Das Startup produziert seine Produkte gemeinsam mit einer Manufaktur in Salzburg. Ein Fokus liegt dabei vor allem auf regionalen Zutaten. In den Stores will die Pflanzerei außerdem möglichst auf Plastikverpackungen verzichten.

Pflanzerei verzichtet auf Online-Shop

Die Pflanzerei will zuerst in Wien und ab dem Jahr 2022 auch in Salzburg und in Graz seine physischen Stores öffnen. Einen Online-Shop wird es laut Ruedl vorerst nicht geben. „Das würde nur wieder die Produkte anonym machen. Wir wollen den Menschen bewusst machen, dass nachhaltige Produkte aus regionalen Zutaten eine reale Möglichkeit sind. Dafür müssen wir ihnen ein ähnliches Gefühl vermitteln wie der klassische Besuch in der Metzgerei“, erklärt Ruedl.

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Momentan ist die Pflanzerei noch auf der Suche nach Investoren. Ab Ende August will das Startup seine Produkte, allen voran den fleischlosen Leberkäse, bei Messen präsentieren. Ein exaktes Preismodell hat die Pflanzerei noch nicht entwickelt, aber voraussichtlich werden sich die Kosten laut Ruedl ähnlich wie bei anderen veganen Produkten auf dem Markt gestalten. Nicht ausschließen will die Gründerin, dass die Fleischalternativen in Zukunft in Supermärkten erhältlich sein könnten. Zuerst will sich das Startup aber in Österreich als Franchise etablieren.

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