Stadtverkehr

Wiener Pop-Up-Radwege könnten in die Verlängerung gehen

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Pop-up-Radweg in Wien © Trending Topics/Robert Ziffer-Teschenbruck

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Die Grünen) will einige Pop-Up-Radwege in Wien länger bereit stellen. Eigentlich läuft die Frist für die temporären Radwege mit September aus, in einigen Fällen könnte nun eine Verlängerung bis November kommen. Eine begleitende Studie der TU Wien habe ergeben, dass die Pop-up-Radwege in der Praterstraße, der Lassallestraße und der Wagramer Straße am stärksten genutzt werden, heißt es in einer Aussendung der Vizebürgermeisterin. „Wir möchten diese Infrastruktur den RadlerInnen daher noch länger zur Verfügung stellen und prüfen eine Verlängerung bis zum ersten November“, so Hebein. Die Prüfung soll bis Ende August abgeschlossen sein.

Lassallestraße am beliebtesten

In vielen Ländern hat der Corona-Lockdown einen Boom an Radverkehr gebracht. In Wien habe die Steigerung im Juli im Vergleich zum Vorjahr rund 17 Prozent betragen – 1,25 Millionen Radfahrer registrierte die Stadt Wien alleine in diesem Monat. Die TU Wien erhob genaue Zahlen für die einzelnen Pop-up-Radwege, die im Frühjahr eröffnet wurden: Am stärksten wurde mit bis zu 900 Radfahrern pro Stunde die Praterstraße genutzt, die Lassallestraße mit bis zu 700 pro Stunde und in der Wagramer Straße fuhren stündlich bis zu 430 Radfahrer. Jedoch haben auf diesen Strecken nicht alle Radfahrer den Pop-up-Radweg genutzt, nur rund 25 bis 45 Prozent hätten diese Option gewählt, wobei dieser Wert im August teilweise bis 87 Prozent angestiegen sei.

Kritik an den Pop-up-Radwegen

Die temporären Radwege lösten allerdings auch viel Kritik von anderen Parteien und dem Autofahrerclub ÖAMTC aus. Beanstandet wurde unter anderem die geringe Auslastung der Pop-up-Radwege im Vergleich zu den Einschränkungen, die sich dadurch für Autofahrer ergeben würden. Auch die Ankündigung der Verlängerung von drei Pop-up-Radwegen löste wieder Unmut aus. Stadtrat Markus Wölbitsch von der Wiener ÖVP bezweifelte in einer Aussendung, die von Hebein kommunizierten Nutzungszahlen: „Die vermeintlich starke Nutzung der Radwege, wie von Hebein angeführt, sei zudem nicht gegeben, wie Lokalaugenscheine zu unterschiedlichen Tageszeiten ergeben haben“, heißt es in einer von der Wiener ÖVP ausgesandten Nachricht. Eine Verlängerung des „Pop-up-Populismus“ sei abzulehnen.

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