Crowdfunding

Wie Winzer mit Genuss-Paketen Solaranlagen finanzieren

Das Team von Collective Energy © Collective Energy
Das Team von Collective Energy © Collective Energy

Wenn Österreich den Umstieg auf erneuerbare Energie in der geplanten Geschwindigkeit schaffen soll, zählt in den kommenden Monaten und Jahren jedes neue Solarpaneel, jede Windenergie-Anlage und jedes Wasserkraftwerk. Dafür braucht es nicht nur genug Platz, sondern auch neue Finanzierungsmodelle und genau hier setzt auch das Wiener Jungunternehmen „Collective Energy“ an: Über Gutscheine für Genuss-Pakete können Winzer das Geld für eine Photovoltaikanlage einsammeln.

Wein im Wert von 180 Euro um 139 Euro

Derzeit läuft über „Collective Energy“ beispielsweise eine Crowdfunding-Kampagne für das Weingut von Markus und Gabi Gruber, gruber43. Die beiden Winzer wollen eine Photovoltaikanlage finanzieren, die jährlich mindestens 20.000 Kilowattstunden Strom erzeugen wird. 25.000 Euro sollen dafür von Kunden eingesammelt werden, die für ihren Beitrag Gutscheine mit höherem Wert erhalten – konkret werden Pakete um je 139 Euro erworben, für die der Crowdinvestor in den kommenden drei Jahren gruber43-Gutscheine im Gesamtwert von 180 Euro erhält. Obwohl die Kampagne noch fast einen Monat läuft, ist die Photovoltaik-Anlage durch bisher 103 Unterstützer beinahe ausfinanziert. Die Rendite variiert übrigens je nach Projekt stark und wird vom jeweiligen Anbieter selbst festgelegt – bei gruber43 sei sie ein wenig höher als bei vielen anderen Projekten, verrät eine Sprecherin.

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Gut für die Kundenbeziehung

Insgesamt hat Collective Energy bereits 13 Sonnenstrom-Projekte finanziert und damit nach eigenen Angaben insgesamt für mehr als 1.000 Tonnen weniger CO2-Ausstoß gesorgt. Die meisten Projekte bewegen sich im „Genuss-Bereich“, mit der „Austria“ war aber auch schon ein Fußballverein dabei. Die Vorteile sieht das Startup nicht nur in den günstigeren Konditionen als bei anderen Finanzierungsformen, sondern auch in der Beziehung zu Kunden. Die würde durch solche Projekte laut dem Startup gestärkt und der Kundenstamm mitunter erweitert. Es gebe nämlich mittlerweile eine aktive Collective-Energy-Community, die immer wieder bei neuen Projekten mitmacht.

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