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Studie

Weniger Hitze: Bäume senken Bodentemperatur in Städten deutlich

Bäume lindern Hitze in der Stadt ©Daniel Frank/ Pexels
Bäume lindern Hitze in der Stadt ©Daniel Frank/ Pexels

Anfang des Jahres wurden einige ehrgeizige Ziele der Stadt Wien bekannt. Geplant sind im Stadtentwicklungsplan STEP 2035 25.000 neue Bäume und 400.000 Quadratmeter an Parkanlagen. Schwerpunkte liegen dabei auf Stadtentwicklungsgebieten wie am ehemaligen Nordbahnhof, wo die „Grüne Mitte“ entsteht und ein „Grün-Gürtel“ im Nordosten Wiens. Im Süden wird der Liesingbach renaturiert.

Wie wichtig mehr Grün in den Städten ist, beweisen auch immer wieder neue Studien: eine im Februar in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlichte Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig (UL) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zeigte auf, dass Straßenbäume das Depressionsrisiko von Stadtbewohner:innen senken können.

Studie: Straßenbäume können Depressionsrisiko der Menschen senken

Verdunstung führt zur Kühlung

Weiterhin sind sie natürlich auch ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Luftverschmutzungen und Hitzeoasen in den Städten. Letzteres zeigt auch eine aktuell im Fachjournal „Nature Communication“ veröffentliche Studie der ETH Zürich auf. Das Forschungsteam um Jonas Schwaab wertete die von Satelliten gemessene Oberflächentemperatur in 293 europäischen Städten aus. Dabei verglichen sie die Oberflächentemperaturen von Grünzonen mit Bäumen, mit Grünzonen ohne Bäume und bebaute Areale. Mit dem Ergebnis: An den städtischen Arealen, an welchen Bäume wachsen, ist die Bodentemperatur deutlich kühler.

Dadurch das Bäume tiefer wurzeln, nehmen sie mehr Wasser auf, was zu einer größeren Verdunstung führt. Durch diesen Verdunstungseffekt werden die Bodenflächen deutlich kühler, so die Ergebnisse der Studie. Dass dieser Effekt dann auch bei den Städtern ankommt, ist damit aber nicht bewiesen, so der Forschungsleitentede Schab gegenüber der apa: „Es ist mir allerdings wichtig zu sagen, dass es sich hier um Oberflächentemperaturen handelt, die aus Satellitendaten abgeleitet sind. Die Temperaturunterschiede in der Luft, zum Beispiel in zwei Metern Höhe, wären sehr viel weniger groß.“

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Bis zu 15 Grad kühler

Auch österreichische Städte waren Teil der Studie. So konnte in mit Bäumen bepflanzten Gebieten Wiens in den Sommermonaten eine 11 Grad kühlere Durchschnittstemperatur festgestellt werden, im Vergleich zu bebauten Flächen, in Salzburg 14 Grad, in Linz 12,5 Grad und in Innsbruck 15,5 Grad Celsius. Der Wert der baumlose Grünflächen lag in Wien immerhin noch bei einer um 5,5 Grad kühleren Durchschnittstemperatur, in Salzburg bei acht Grad, in Linz bei 4,5 Grad und in Innsbruck bei sieben Grad Celsius.

Im Süden Europas stellten die Forschenden hingegen in den Sommermonaten keine solchen großen Temperaturunerschiede fest. Trotzdem ist die Studie somit einmal mehr ein Beweis, für die Notwendigkeit von einer grüneren Infrastruktur in städtischen Gebieten.

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