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Digitalisierung

Studie: Nur 6 Prozent der weltweiten Firmen kennen die Klimabilanz ihrer IT

IT-Server © Ian Battaglia / Unsplash
IT-Server © Ian Battaglia / Unsplash

Vor der Corona-Pandemie war die IT-Branche laut einer Studie von Telekom-Unternehmen Ericsson für etwa 1,2 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Jedoch hat sich die Digitalisierung in der Krise massiv verstärkt und damit auch die Treibhausgas-Ausstöße, warnt die Beratungsfirma Capgemini. Einer neuen Studie des Unternehmens zufolge kennen nur sechs Prozent der weltweiten Firmen die Klimabilanz ihrer IT-Abteilung und haben ein konkretes Nachhaltigkeitskonzept für sie.

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„Nachhaltige Software-Architektur“

Für die Studie hat Capgemini IT-Verantwortliche, Nachhaltigkeitsexperten sowie Führungskräfte von 1.000 globalen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar in verschiedenen Branchen befragt. Nur 22 Prozent dieser befragten Firmen planen in den nächsten drei Jahren ihren CO2-Fußabdruck durch nachhaltige IT um mehr als ein Viertel zu reduzieren. 57 Prozent wissen sogar gar nicht, wie groß der CO2-Fußabdruck ihrer IT eigentlich ist, so die Ergebnisse der Studie.

Das wirkt sich dann auch auf die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen aus. So haben zwar mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen ein unternehmensweites Nachhaltigkeitskonzept. Jedoch haben nur 18 Prozent eine umfassende Strategie für eine umweltfreundliche IT, einschließlich eines Zeitplans und klar definierten Zielen. Grundsätzlich steht das Thema nachhaltige IT bei nur 34 Prozent auf der Firmenagenda, so Capgemini in einer Aussendung.

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Capgemini rät zu CO2-Abdrucktest

Der Unternehmensberater sieht vor allem Big-Tech-Unternehmen als Vorbilder bei der Dekarbonisierung der IT. Das sehen viele der Befragten auch so, jedoch sind 52 Prozent der Meinung, dass Nachhaltigkeit die Verantwortung dieser Technologieunternehmen sein sollte. 61 Prozent wollen von ihnen Unterstützung für eine nachhaltige IT. Etwa die Hälfte (45 Prozent) ist zudem bereit, für nachhaltige IT-Produkte und ‑Dienstleistungen einen Aufschlag von bis zu fünf Prozent zu zahlen.

Capgemini rät Firmen, den CO2-Abdruck ihrer IT zu testen und dann konkrete Strategien und Ziele zu entwerfen, um ihn zu reduzieren. „Unternehmen müssen den CO2-Fußabdruck ihrer IT messen und durch nachhaltige Praktiken minimieren. Entscheidend für den Erfolg wird neben einer nachhaltigen Software-Architektur sein, dass alle Stakeholder im Unternehmen mitziehen. Abgesehen von der ökologischen Notwendigkeit überzeugen auch die wirtschaftlichen Vorteile nachhaltiger IT – sowohl was das Geschäftsergebnis angeht, als auch mit Blick auf die gesellschaftliche Reputation und Kundenzufriedenheit“, sagt Bernd Bugelnig, CEO von Capgemini in Österreich.

Die Unternehmen, die umfassende Maßnahmen für eine nachhaltige IT umsetzen, verzeichnen laut der Studie außerdem im Durchschnitt bessere ESG-Ratings, eine höhere Kundenzufriedenheit und realisieren mehr Steuervorteile. Entsprechende Argumente für einen größeren Fokus auf die CO2-Emissionen der eigenen IT-Abteilung sind also gegeben.

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