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Konkurrenz zu Tesla-System

Wasserstoffakku soll Solarenergie-Speicherung in Privathäusern ermöglichen

Der Wasserstoff-Akku als Konkurrenz zu Lithium-Batteriesystemen ©LAVO
Der Wasserstoff-Akku als Konkurrenz zu Lithium-Batteriesystemen ©LAVO

Ende Jänner wurde bekannt, dass erneuerbare Energien, fossile Energiebrennstoffe 2020 im europäischen Energiemix überholt haben. Dieser Rekord kennzeichnet einen Trend in der Energiebranche. Eine Eigenschaft der erneuerbaren Energien, welche im Moment allerdings noch für Kopfzerbrechen führt, ist die Herausforderung der Speicherung von überschüssigen Energien an einem sonnen- oder windreichen Tag. Die Suche nach der markfähigsten Lösung, gleicht einem Wettlauf, an dem sich zahlreiche Unternehmen beteiligen. Wie heise online berichtet, hat in Australien nun das Unternehmen Lavo einen Wasserstoff-Akku für die Speicherung von überschüssiger Solarenergie für den Heimgebrauch entwickelt. Damit machen sie im Rennen um die beste Idee, den Lithium-Akkus von Tesla Konkurrenz.

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Überschüssige Energie in Wasserstoff umwandeln

Das Prozedere ist für jeden Hausbesitzer recht simpel. Das 324 Kilogramm schwere Lavo Green Energy Storage System wird an ein Hybrid Solar-Wechseltrichter und an die Wasserleitung an der Hauswand befestigt. Sobald die Solarzellen mehr Energie produzieren als notwendig, wird mit der überschüssigen Energie eine Elektrolyse des Wassers durchgeführt. Der Sauerstoff aus den Wassermolekülen wird dabei freigesetzt. In einem Metallhydrid-„Schwamm“ wird der Wasserstoff dann bei 30 Bar gespeichert. Wird die gespeicherte Solarenergie gebraucht, wandelt eine eingebaute Brennstoffzelle den Wasserstoff wieder in Energie um. Auch eine kleine 5-kWh-Lithium-Pufferbatterie ist verbaut, sodass der sofortige Energiefluss garantiert werden kann. Neben den Bestandteilen für die Energieproduktion, verfügt das Wasserstoff-Akku außerdem über eine Wlan-Verbindung und kann über eine Handyapp überwacht und gesteuert werden. Auch soll es möglich sein, mehrere der Systeme parallel zu betreiben, um einen höheren Energiebedarf abdecken zu können.

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Das Lavo Green Energy Storage System kann nach Angaben der Betreiber bis 40 Kilowattstunden Energie speichern und so einen durchschnittlichen Haushalt ca. zwei Tage lang versorgen. Die Kosten für die Neuanschaffung liegen bei umgerechnet weniger als 20.000 Euro.

Dreimal mehr Speicherkapazität als Tesla Produkte

Auch Tesla bietet im Moment bereits dem privaten Konsumenten eine Möglichkeit an, überschüssige Solarenergie zu speichern. Die Tesla-Powerwalls sind reine Lithium-basierte Akkus. Gegen dieses soll sich das neue australische Produkt, nach Angaben der Hersteller, durchsetzen können. So soll die Wasserstoffakku-Alternative mit ihrer Speicherkapazität von 40 KWh dreimal soviel speichern können, wie die Powerwall 2 von Tesla, die wichtigsten Bestandteile des Wasserstoffakkus sollen bis zu 30 Jahre funktionstüchtig sein und damit langlebiger als ein Lithium-Batteriesystem und es werden, abgesehen von der Puffer-Batterie, keine giftigen Chemikalien verwendet.

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Hoher Energieverlust durch Umwandlung von Solarenergie

Allerdings gibt es bisher auch Pro-Argumente für das Batteriesystem von Tesla. So geben die Lithium-Batterien die gespeicherte Energie zu fast 100% wieder ab. Nicht so bei der Wasserstoffalternative. Die Elektrolyse des Wassers zu Wasserstoff, verbraucht ca. 20% der gespeicherten Energie und die Umwandlung des Wasserstoffs wieder in Energie durch die Brennstoffelle verbraucht ca. die Hälfe der zuvor gespeicherten Solarenergie. Auch äußerten die Autoren des Onlinemagazins New Atlas Bedenken zur Brennbarkeit des Wasserstoffs und des Feuerrisikos des Speichers. Nach Angaben der Hersteller sei der Wasserstoffakku allerdings feuerresistent.

Markterfolg bleibt abzuwarten

Ob sich das Lavo Green Energy Storage System im Alltag nun gegen die Batteriesysteme von Tesla zur Speicherung der überschüssigen Solarenergie durchsetzen kann, bleibt daher abzuwarten. Aber im Wettrennen um die marktfähigste Lösung in diesem Bereich, werden die genannten Produkte noch nicht die letzten gewesen sein.

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