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Verbot in Algerien

UNO: Bleihaltiges Benzin ist weltweit abgeschafft

Benzin © Skitterphoto on Pixabay
Benzin © Skitterphoto on Pixabay

Algerien hat laut der UNO als letztes Land weltweit den Verkauf von bleihaltigem Benzin an Tankstellen endgültig eingestellt, nachdem alle verbliebenen Vorräte verbraucht sind. Damit sei eine große Bedrohung für die Gesundheit der Menschen und des Planeten beseitigt. Verbleites Benzin gibt es schon seit dem Jahr 1922. In den 70er Jahren war der Kraftstoff, der extrem giftig ist, weltweit in Verwendung. Schon in den 80er Jahren haben ihn die ersten Länder verboten, in der EU kam das vollständige Verbot im Jahr 2000. Jedoch kam das Benzin noch lange in Entwicklungsländern zum Einsatz. Das hat aber jetzt ein Ende.

„Meilenstein für globale Gesundheit“

„Die erfolgreiche Durchsetzung des Verbots von verbleitem Benzin ist ein großer Meilenstein für die globale Gesundheit und unsere Umwelt“, zitiert der Guardian Inger Andersen, Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogramms. „Nach der Überwindung eines Jahrhunderts, in dem Hunderte von Millionen Menschen starben und die Umwelt weltweit geschädigt wurde, sind wir gestärkt, um die Entwicklung der Menschheit durch einen beschleunigten Übergang zu sauberen Fahrzeugen und Elektromobilität zum Besseren zu wenden.“

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Laut der UNO verunreinigt bleihaltiges Benzin die Luft, den Boden, das Trinkwasser und Lebensmittelkulturen. Der Kraftstoff kann bei Menschen Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebs verursachen. Besonders bedenklich sei das giftige Blei für Kinder, da es ihre sich entwickelnden Gehirne und ihre Lernfähigkeit schädigt. Das Ende der Verwendung von verbleitem Benzin würde mehr als 1,2 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindern.

Seit 2002 UNO-Kampagne gegen Blei-Benzin

Der erste Staat, der das bleihaltiges Benzin verboten hat, ist Japan. Schon im Jahr 1980 hat das Land die Maßnahme durchgeführt. Im Jahr 1993 hat Österreich den Kraftstoff endgültig abgeschafft. Doch noch im Jahr 2002 wurde der Kraftstoff in fast allen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen weiter verwendet. Zu diesem Zeitpunkt hat die UNO eine Kampagne gestartet, um Verbote in allen Ländern weltweit abzuschaffen. Diese Kampagne hat jetzt ihr Ende gefunden. Die beiden Ölproduzenten Irak und Algerien haben sich im Jahr 2015 als letzte Länder dazu bereiterklärt, ein Verbot umzusetzen. Nun hat die Abschaffung in Algerien verbleitem Benzin endgültig den Todesstoß versetzt.

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Der nächste Vorstoß der UNO soll darin bestehen, die Verwendung fossiler Brennstoffe in Autos auslaufen zu lassen und die Verwendung sauberer Kraftstoffe vorzuschreiben. Laut den Expert:innen der Vereinen Nationen haben zwar viele Länder bereits mit der Umstellung auf Elektroautos begonnen. Jedoch kommen in den nächsten Jahrzehnten 1,2 Milliarden neue Fahrzeuge auf die Straße kommen werden, von denen viele mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Das trifft vor allem auf Entwicklungsländer zu.

Fossile Brennstoffe auch abschaffen

Andersen zufolge ist es möglich, fossile Brennstoffe genau wie jetzt das verbleite Benzin abzuschaffen. „Wir fordern dieselben Interessengruppen auf, sich von dieser enormen Leistung inspirieren zu lassen und dafür zu sorgen, dass wir jetzt, wo wir sauberere Kraftstoffe haben, auch weltweit Standards für sauberere Fahrzeuge einführen – die Kombination aus saubereren Kraftstoffen und Fahrzeugen kann die Emissionen um mehr als 80 Prozent senken.“

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