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Traivelling: Startup für lange Zugreisen entwickelt neues Buchungsportal

Elias Bohun mit seinem Vater Matthias Bohun 2 ©tatwort
Elias Bohun mit seinem Vater Matthias Bohun ©tatwort

Wenn 2020 etwas nicht war, dann ein Reisejahr. Seit Anfang des Jahres haben Stück für Stück immer mehr Länder ihre Grenzen für den Tourismus geschlossen und zum Teil auch bis heute sie nicht wieder geöffnet. Kein einfaches Jahr also für alle Tourismusanbieter und vor allem für jene nicht, die 2020 als Startzeitpunkt für ihre Vision gewählt haben, so wie Traivelling. Das junge Startup hat sich als Online-Reisebüro speziell auf lange Zugreisen durch mehrere Länder zu Destinationen spezialisiert, die im Normalfall sonst per Flugzeug erreicht werden. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, konnten sie die Zeit nutzen, um ihr Startup und ihre Plattform  zu verbessern und auszubauen. Dafür wurden sie nun als Greenstar 2020 ausgezeichnet. Auch der heurige Mobilitätspreis von Wien und Österreich ging an sie. 

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Zwangspause für neue Innovationen genutzt

Hatten sie Anfang 2020 bereits Reisen nach Vietnam, China und anderen exotischen Zielen gebucht, mussten diese alle wieder rückabgewickelt werden. Geblieben sind einige Reisen in Europa in den Sommermonaten. Auch wenn die Auswirkungen der Coronapandemie erst ein Schock waren, ist Mitbegründer Elias Bohun heute froh über die Zwangspause: “Jetzt im Nachhinein betrachtet, war es gut, dass wir ein wenig Zeit hatten, uns mit technischen Problemen auseinanderzusetzen beziehungsweise sich einfach zu überlegen, wie kann man das effektiver gestalten?”

Herausgekommen aus den Überlegungen ist ein nun, so weit es möglich war, durch automatisiertes Buchungsportal. Bisher hat das Startup rund um die Gründer, Elias und seinem Vater Matthias Bohun, jede Anfrage einzeln recherchiert. Das war entsprechend zeitintensiv. Mit dem neuen Portal soll es dann möglich sein, Routenplanungen und auch Zahlungen und Buchungen automatisiert abzuwickeln. Nach Aussage von Elias Bohun, ist das allerdings nicht bei allen Bahnverbindungen der Welt möglich. “Es wird eine Buchungsseite mit persönlichem Touch. Durch die automatisierte Buchung von Reisen bei denen es möglich ist, haben wir Zeit für umfangreichere Dinge.” Auch werden weiterhin nicht nur online verfügbare Tarife verglichen, sondern auch lokale Anbieter verglichen und angeboten. Nach Aussage des Gründers, ist der Start des Buchungsportal aus heutiger Sicht für März 2021 geplant.   

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Hoffnung für 2021

Auch wenn  das junge Startup die letzten Monate somit effektiv genutzt hat, hofft Elias Bohun, dass sich auch die Reisesituation bald wieder langsam entspannt, auch außerhalb Europas. Gerade das Ermöglichen von Zugreisen in weit entfernte Orte der Welt und das Flugzeug somit überflüssig zu machen, ist ihm besonders wichtig. Sobald das Reisen wieder möglich ist, rechnet er auch mit einem entsprechenden Zulauf: “ Nach so einer langen Zeit wo das Reisen nicht möglich war, werden die Leute sicher wieder länger reisen wollen und sich mehr Zeit nehmen.” Auch er selber sehnt das Reisen wieder herbei. Sein nächstes Ziel ist das Hochgebirge Pamir im zentralasiatischen Tadschikistan.

Auch Kooperationen mit anderen Tourismusanbietern denkbar

Nach dem Launch des Buchungsportals, denkt Elias Bohun auch über eine Ausweitung des Angebots von Traivelling nach. Ist das Startup im Moment nur für Privatkunden tätig, könnte sich der Mitgründer bis Ende nächsten Jahres auch ein Serviceangebot für andere Reiseunternehmen vorstellen. “Es ist so einfach Flüge zu buchen, aber nicht so bei Zügen.” Für Bohun wären daher auch Kooperationen im Tourismussektor möglich, bei welchen das Startup die zeitaufwendige Recherche von entsprechenden Zugplanungen- und buchungen übernimmt. 

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