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Tenetrio: Nachhaltiges Hundefutter aus Insekten soll Fleisch ersetzen

Tenetrio: Hundefutter aus Insekten © Tenetrio
Tenetrio: Hundefutter aus Insekten © Tenetrio

Eine der wichtigsten Herausforderungen für eine nachhaltige Zukunft ist Reduzierung von Fleischkonsum. Denn die Fleischproduktion ist für einen großen Teil der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Dieses Problem bezieht sich jedoch nicht nur auf Menschen, sondern auch auf ihre Haustiere. Laut einer Studie der University of California aus dem Jahr 2017 ist der Konsum der etwa 163 Millionen Hunde und Katzen in den USA alleine jährlich für 64 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich. Für dieses Problem hat das deutsche Startup EntoNative mit seiner Marke Tenetrio eine Lösung: Hundefutter aus Insekten. Das Nahrung soll nicht nur nachhaltig, sondern auch für Tiere mit Unverträglichkeiten geeignet sein.

„Dem Fleisch gleichwertige Proteinquelle“

„Die Mehlwurmlarven, die wir für unser Hundefutter verarbeiten, sind nicht nur eine dem Fleisch gleichwertige Proteinquelle. Auch ihre Aufzucht und Haltung sind ungleich viel umweltschonender und sie können zu 100 Prozent verzehrt werden“, erklärt Tenetrio-Geschäftsführerin Ina Henkel. Neben Insekten sind in dem Hundefutter auch verschiedene Gemüsearten zu finden. Die Mehlwürmer züchten die drei Gründerinnen teilweise auf ihrer eigenen Farm. Bei den Lieferanten der weiteren Insekten setzt Tenetrio laut Henkel auf Regionalität und Transparenz.

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Henkel und Mitgründerin Katrin Figueroa haben sich beim Studium der Ernährungswissenschaften auf der Universität Potsdam kennengelernt. Bei einer Projektreise nach Asien haben sie die Idee zu Tenetrio formuliert und ihre Jungfirma 2016 gemeinsam mit Sabrina Jaap gegründet. Bei den von Tenetrio angepriesenen Produkten handelt es sich unter anderem um Hundekekse, Sticks und auch Hüttenkäse.

Laut den Gründerinnen enthält diese Nahrung für Hunde wichtige Proteine, gesunde Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Sie sei auch für die Vierbeiner leicht verträglich. Die Mehlwürmer hätten außerdem einen leicht nussigen Geschmack, der vielen Hunden sehr zusagen soll.

Tenetrio-Gründerinnen Katrin Figueroa, Sabrina Jaap und Ina Henkel © Tenetrio
Tenetrio-Gründerinnen Katrin Figueroa, Sabrina Jaap und Ina Henkel © Tenetrio

Spenden an lokale Sozialprojekte

Umweltfreundlichkeit ist das Hauptziel des Unternehmens. So sollen die Produkte unter anderem in biologisch abbaubaren Pappbechern, Schachteln aus Agrarabfällen oder leicht recycelbaren Dosen kommen. Konfektionierung und Versand werden laut den Gründerinnen in Zusammenarbeit mit den nahe gelegenen Berliner Mosaik-Werkstätten für Menschen mit Behinderung durchgeführt.

Tenetrio spendet die Produkte auch oft an lokale Sozialprojekte wie die Tierrettung Potsdam oder die Berliner Tiertafel. Laut eigenen Angaben haben die Verkäufe im Jahr 2020 hat zu Einsparungen von über 8,8 Tonnen Fleisch und 128 Millionen Liter Wasser geführt. In Zukunft konzentriert sich das Startup auf die Ausweitung der Produktpalette um den Ausbau des Vertriebsnetzwerks im europäischen Raum.

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