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Supaso: Wiener Startup recycelt nachhaltige Kühlverpackung aus Altpapier

Kühlkarton von Supaso © Supaso
Kühlkarton von Supaso © Supaso

Verpackungsmüll im Lebensmittelbereich ist ein riesiges Umweltproblem, weil vor allem Plastik in den Verpackungen sehr häufig ist. Alleine Takeaway-Verpackungen machen laut einer Studie der Universität Cádiz in Spanien 44 Prozent des Plastikmülls im Meer aus (wir berichteten). Selbst wenn die Verpackungen aus Papier oder Karton sind, gibt es in ihnen oft Beschichtungen aus Plastik. Es gibt viele Startups, die dieses Problem lösen wollen. Eines davon ist Supaso aus Wien. Die Jungfirma stellt nachhaltige, biogene Kühlverpackungen für Lebensmittel auf Basis von Zellulosedämmstoffen her.

Takeaway-Verpackungen machen 44 Prozent des Plastikmülls im Meer aus

Supaso macht Altpapier zu Isolierverpackung

CEO Fabian Gems hat Supaso gemeinsam mit Mario Maier und Georg Lackner im vergangenen Juni ins Leben gerufen. Das Jungunternehmen hat einen technologischen Upcyclingprozess entwickelt, bei dem Altpapier bzw. aus Altkarton gewonnene Zellulose in eine „bio-basierte, leistungsfähige und leistbare“ Isolierverpackung verwandelt wird. „Dadurch können Konsument:innen die Verpackungen einfach in den Altpapiermüll werfen, ohne sich über Beschichtungen Sorgen machen zu müssen“, erklärt Gems.

Supaso stellt die Isolierverpackung an einem Produktionsstandort in der Steiermark selbst her. Kartonboxen sollen dadurch temperaturempfindliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch länger frisch halten können. Auch eine Version für Tiefkühlprodukte gibt es, die durch eine hochleistungsfähige Dämmung die Ware eisgekühlt hält. Das soll sowohl einen sicheren Transport als auch eine nachhaltige Entsorgung möglich machen.

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„Nachhaltigkeit über den ganzen Lebenszyklus“

Es gibt zwar immer noch andere Lösungen für nachhaltige Beschichtungen, beispielsweise aus Hanf oder aus Wolle, jedoch ist die von Supaso laut Gems zwischen 40 und 70 Prozent billiger. Sie ist dem Mitgründer zufolge nur um etwa zehn Prozent teurer als die wenig nachhaltigen Schichten aus Styropor. Das Startup bietet sein Material nur in einem B2B-Geschäftsmodell an. Dafür arbeitet das Jungunternehmen mit Webshops, Handelsketten, Ab-Hof-Biobetrieben und Metzgereien zusammen.

Supaso ist in allen Gebieten in einem Umkreis von 500 Kilometern rund um die Produktionsstätte aktiv. Damit liefert das Startup auch nach Südbayern, Norditalien, Slowenien, die Slowakei und Tschechien. Auch nach Liechtenstein und in die Schweiz will die Jungfirma bald liefern. „Wir achten auf Nachhaltigkeit über den ganzen Lebenszyklus der Verpackung. Deswegen arbeiten wir nur mit Transportunternehmen zusammen, die sich auf die Reduzierung von CO2-Emissionen konzentrieren“, sagt Gems.

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Plastik in Kühlverpackungen obsolet machen

Mit dem Konzept hat Supaso schon erste Förderungen erhalten, beispielsweise von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Auch vom Austria Wirtschaftsservice (aws) steht laut Gems eine größere Förderung bevor. Ansonsten finanziert sich die Jungfirma noch selbst. Kürzlich haben die Gründer auch in Kitzbühel beim Business Angel Summit ihren Pitch vorgetragen (Trending Topics berichtete). Ziel von Supaso ist es, das Plastik in Kühlverpackungen obsolet zu machen. „Kund:innen sollen mit reinem Gewissen die Packungen zum Altpapier werfen können und trotzdem frische Waren erhalten“, so Gems.

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