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Aktuelle Studie

E-Mobilität könnte Österreichs Autobranche jährlich 645 Mio. mehr bringen

E-Auto, BMW, Ladestation, E-Mobility
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Für die Klimaneutralität Österreichs ist eine bereits vielbesprochene Verkehrswende nötig. Damit rückt auch die E-Mobilität immer mehr in den öffentlichen Fokus. Eine Studie der Fraunhofer Austria Research GmbH, der TU Wien und der Smart Mobility Power GmbH im Auftrag des österreichischen Klima- und Energiefonds hat nun das mögliche Potenzial und die aktuelle IST-Situation der E-Mobilität in Österreich  untersucht. Den Ergebnissen der Studie zufolge, werden 2030 rein elektrische Antriebe 24% des Automobilverkehrs ausmachen, teils-elektrifizierte Antriebe wie bei Hybrid-Autos etwa 40% und traditionelle Autos mit Verbrennungsmotoren 36%. Für Österreich könnte diese Entwicklung den Wissenschaftlern zufolge im Bereich der Automobil-Herstellung großes Potenzial sowohl für die Wirtschaft als auch für den Arbeitsmarkt bedeuten.

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E-Mobilität könnte 7.300 mehr Arbeitsplätze bringen

Im Moment werden 86 Prozent der heimischen Automobilindustrie exportiert. Nach Meinung der Autoren der E-MAPP 2- Studie könnte sich das aber bei einem rechtzeitigen Reagieren auf die wachsende Bedeutung der E-Mobilität ändern. Bis 2030 schätzen sie ein Plus von 19 Prozent des Wertschöpfungspotenzial entlang der Herstellung von PKW-Komponenten in Österreich. Das würde eine jährliche Steigerung von 645 Millionen Euro bedeuten. Auch zahlreiche Arbeitsplätze könnte dieser neue Markt bringen. So rechnen sie da mit einem Plus von rund 21 %. Das wären dann 2030 insgesamt 42.000 Arbeitsplätze in dieser Branche. Die Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds Theresia Vogel: „Wir begleiten die Branche seit vielen Jahren in diesem Umbruch mit einem umfassenden Angebot. Was wir dabei deutlich sehen: Die Unternehmen haben eine enorme Innovationskraft, die unterstützt werden muss. Wenn gleichzeitig die Anreize steigen, auf E-Mobilität umzusteigen, gelingt es, Österreich weiterhin als global angesehenen Zulieferer in der Branche zu positionieren.“

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Fachkräftemangel kann Entwicklung verlangsamen

Noch fehlen allerdings die Voraussetzungen Österreichs in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die Studienautoren machen in ihrer Studie deutlich, dass es seitens des Landes jetzt ein frühzeitiges Handeln und Investitionen in dem Bereich braucht, andernfalls könnten viele Arbeitsplätze verloren gehen. „Es gibt keine Alternative zur E-Mobilität, wer nicht spätestens jetzt auf diese Technologie setzt, wird massive Verluste erleiden oder riskiert vom Markt zu verschwinden. Für uns ist deutlich geworden: Es braucht für Österreich Innovation, Kooperation und den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur“, so der Geschäftsführer des Frauenhofer Austria Wilfried Sihn. Ein weiteres Problem besteht aus Sicht der Wissenschaftler im bestehenden Fachkräftemangel in dem Bereich. Im Moment fehlt es nach Aussagen von Sihn ins besondere in den Bereichen der Forschung und der Entwicklung der Elektromobilität an Fachkräften in Österreich. Daher muss seiner Meinung nach in die entsprechenden Aus- und Weiterbildungen investiert werden.

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Die Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Die Grünen) machte in ihrer Reaktion zu der Studie deutlich, dass der „Klimaschutz ein absoluter Wirtschafts- und Jobmotor ist.“ Auch bestätigte sie, dass mit dem E-Mobilitätspaket, Förderungen in klimafreundlichen Verkehr, den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur und den Bereichen Forschung und Technologie geplant sind. Im heurigen Mobilitätsbudget sind 46 Millionen Euro Förderungen für Unternehmen und Private in Investitionen im Bereich E-Mobilität bereit gestellt.

 

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