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Studie: Chinas Klimaneutralitäts-Pläne durch Bitcoin-Boom in Gefahr

© andre francois mckenzie/ Unsplash
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China hat sich enthusiastische Ziele gesetzt. Bis 2060 will das Land die Klimaneutralität erreicht haben. Bisher steigen die Emissionen des Landes allerdings weiterhin kontinuierlich. Das weiß auch China und hat angekündigt, bis 2030 das Hoch an emittierten Emissionen pro Jahr zu erreichen. In einer Anfang April im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie kommen die Autoren aber zu dem Schluss, dass durch das Wachsen des globalen Krypto-Marktes, insbesondere von Bitcoin,  die Energieziele von China in Gefahr sein könnten.

40 Prozent der Energie aus Kohle

78,89 Prozent der globalen Bitcoin-Blockchain-Operationen wurden im April 2020 durch chinesische Unternehmen abgewickelt, so die Studienautoren. Zum jetzigen Zeitpunkt werden diese sogenannten Bitcoin-Minen zu 40 Prozent mit Energie aus Kohlekraftwerken betrieben, während 60 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Allerdings befürchten die Autoren, dass durch die Größe der Kohlekraftwerke Chinas Energieziele gefährdetet sein könnten. Co-Autor Wang Shouyang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in einem Beitrag des Guardian: „Der intensive Bitcoin-Blockchain-Betrieb in China kann schnell zu einer Bedrohung werden, die möglicherweise die Bemühungen zur Emissionsreduzierung untergraben könnte.“

China überrascht mit langfristigem Klimaziel

 

Mithilfe eines simulationsbasierten Bitcoin-Blockchain-Kohlenstoffemissionsmodell untersuchten die Wissenschaftler die Kohlenstoffemissionseinflüsse des Bitcoin-Blockchainbetriebes in dem Land. Laut ihrer Analysen  wird der jährliche Energieverbrauch des Bitcoin-Blockchain in China in einem Verbrauchshoch von 296,59 Twh im Jahr 2024 gipfeln. Dadurch würden 130,50 Millionen Tonnen Co2-Emissionen erzeugt, so die Studienautoren. Dies wäre mehr als der gesamte Treibhausgasausstoß von Tschechien.

CO2-Steuer nicht wirksam

Damit der Energieverbrauch der Krypto-Mining-Industrie die Reduzierung der Emissionen nicht verhindert, braucht es den Studienautoren zufolge entsprechende politische Aktionen. So empfehlen sie unter anderem das chinesische Stromnetz weiter zu modernisieren, sodass die sichere Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen gewährleistet ist. Die Besteuerung des CO2-Ausstoßes sieht Wang nicht als wirksames Werkzeug das Nutzen von erneuerbaren Energien reizvoller zu machen. Stattdessen solle sich die derzeitige strafende Kohlenstoffsteuerpolitik zu einer einer Standortregulierungspolitik entwickeln, so der Co-Autor der Studie.

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