Tech & Nature

Klimafreundliches Heizen

Steuerreform: 500 Mio. Euro für weniger Emissionen im Gebäudesektor

Heizkörper © Pixabay
© Pixabay

Sie ist da, die ökosoziale Steuerreform. Ab Juli 2022 wird es nun auch in Österreich einen Preis für CO2 geben. Dieser startet bei 30 Euro je Tonne und steigt bis 2025 schrittweise auf 35, 45 und 55 Euro. Für Haushalte bedeutet das, dass auch die Energiekosten steigen. Laut einer Analyse der österreichischen Denkfabrik Momentum im Sommer 2021 zahlt ein durchschnittlicher Haushalt bei einem CO2-Preis von 30 Euro pro Jahr etwa 140 Euro mehr für Benzin, Diesel, Heizöl, Kohle und Gas.

Derzeit heizen noch knapp 500.000 Haushalte in Österreich mit Heizöl oder Flüssiggas. Gerade der Gebäudesektor ist jedoch ein großer Hebel, um CO2-Emissionen zu senken. Nach dem Verkehr gehören Gebäude zu den größten Verursachern von Treibhausgasen in Österreich. Im Jahr 2019 verursachte der Sektor Gebäude knapp 8,1 Millionen Tonnen an Emissionen. Zum Vergleich: Die Insel Zypern verursachte im selben Jahr insgesamt 7,4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Die österreichischen Haushalte von klimaschädlichen Öl- und Gasheizungen auf klimafreundliche Alternativen umzustellen, ist daher ein wichtiger Bestandteil der ökosozialen Steuerreform.

Österreich: Bund und Länder einigen sich auf Ende von Kohle-, Öl- und Gas-Heizungen

Haushalte erhalten bis zu 7.500 Euro

Neben dem “Regionalen Klimabonus” sollen Haushalte auch im Bereich Heizen gefördert werden. Die Steuerreform umfasst eine “Sauber-Heizen-Offensive” in Höhe einer halben Milliarde Euro. Davon fließen 180 Millionen Euro in das Förderbudget für den Ausstieg aus Öl und Gas. Bis zu 7.500 Euro sollen Haushalte künftig erhalten, wenn sie ihre Heizung tauschen.

Weitere 180 Millionen Euro sollen steuerliche Anreize für den Heizkesseltausch oder die Sanierung bestehender Heizsysteme schaffen. Für einkommensschwache Haushalte werden zusätzlich 80 Millionen Euro für den Tausch von Heizkesseln bereitgestellt. Die Reform umfasst zudem ein Förderpaket für die thermische Sanierung mehrgeschossiger Wohnbauten in Höhe von 80 Millionen Euro.

Steuerreform setzt CO2-Preis bei 30 Euro ab 1. Juli 2022 fest

Ende von Kohle, Öl und Gas 2035

Generell ist das Ende von Kohle, Öl- und Gasheizungen schon seit April dieses Jahres bekannt. Bis 2035 dürfen sie noch verwendet werden, für Erdgasheizungen ist erst 2040 Schluss. Den aktuellen Plänen zufolge, muss ab 2022 beim Ersatz einer Kohle- oder Ölheizung ein klimafreundliches Heizsystem installiert werden. Drei Jahre später, ab 2025, müssen dann Kohle-und Ölkessel eines festgelegten Alters ausgetauscht werden. In Neubauten dürfen ebenfalls ab 2025 keine Gasheizsysteme mehr eingebaut werden. Bis 2040 soll dann der vollständige Ausstieg aus der Raumwärme mit fossilem Gas abgeschlossen sein.

Mehr Tech & Nature

Startup-News by

Weiterlesen