Bodenversiegelung

Statistik Austria: Jahresbericht zeigt negative Entwicklung der Umwelt

©UNSPLASH/ christian holzinger
©UNSPLASH/ christian holzinger

Österreich versiegelt weiterhin zu viel Fläche und stößt zu viel Emissionen aus. Das geht aus dem neusten “Wie geht’s Österreich?” Bericht  der Statistik Austria hervor, welcher auf Kennzahlen aus 2019 beruht. Jährlich wird diese Erhebung zur Feststellung der Entwicklung von Österreich in den Bereichen materieller Wohlstand, Lebensqualität und Umwelt anhand von 31 Schlüsselindikatoren durchgeführt. Während 2019 die Entwicklungen des materiellen Wohlstands und der Lebensqualität positiv sind, bleibt der Fortschritt im Bereich Umwelt weiterhin auf der Strecke. Der hohe Ressourcen-und Energieverbrauch, der Anstieg der österreichischen Treibhausgasemissionen um 1,8% und der kontinuierliche Anstieg der versiegelten Flächen wirken sich besonders negativ aus. Der Umweltschutzverband WWF fordert daher jetzt einen Bodenschutz-Vertrag von der österreichischen Politik.  

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Nachhaltigkeitsziel um das fünffache verzielt

13 Hektar werden pro Tag in Österreich verbaut und damit verzielt das Land das Nachhaltigkeitsziel um das fünffache, bemängelt WWF-Bodenschutzsprecherin Maria Schachinger. Die Umweltschutzorganisation setzt sich daher für einen Bodenschutz-Vertrag ein. In diesem soll sich die Politik dazu verpflichten, den täglichen Bodenverbrauch auf ein Hektar am Tag zu begrenzen. Dafür hat sie die Petition „Natur statt Beton – Stoppt die Verbauung Österreichs!“ ins Leben gerufen. 

Nach Angaben der Statistik Austria wuchs die Flächenversiegelung mit 25,7% seit 2001 deutlich schneller an, als die österreichische Bevölkerung. Diese hat in dem Zeitraum nur um 10,4% zugenommen.  Auch die Flächeninanspruchnahme stieg mit 27% deutlich schneller an. Für den WWF ein großer Grund zur Sorge: „Ohne eine wirksame Reduktion des Bodenverbrauchs nimmt die Politik massive Umweltprobleme in Kauf, riskiert unsere Ernährungssicherheit und gefährdet mittelfristig den Wohlstand und die Lebensqualität in Österreich. Gerade die Corona-Krise hat den Stellenwert einer intakten Natur verdeutlicht“, sagt Schachinger.

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Positive Entwicklung bei Bio-Flächen und Feinstaubemissionen 

Aber der neueste Bericht der Statistik Austria zeigt auch positive Entwicklungen im Bereich Umwelt auf. So hat sich der Anteil der Bio-Flächen in der Landwirtschaft (ausgenommen Almen) 2019 im Vergleich zu 2000 mehr als verdoppelt. 24,7% der Flächen werden biologisch bewirtschaftet, damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt von 7,7% der Flächen. Außerdem sind die Emissionen von Feinstaub im letzten Jahr gesunken. 

 

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