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Finanzierungsrunde

Sonnenbündelungs-Startup Heliogen erhält 108 Millionen Dollar

"Sonnenlicht-Raffinerie" von Heliogen © Heliogen
"Sonnenlicht-Raffinerie" von Heliogen © Heliogen

Die Sonne ist eine riesige Energiequelle, mit der durch Photovoltaik-Anlagen große Mengen an grünem Strom gewonnen wird. Jedoch handelt es sich dabei nicht um die einzige mögliche technologische Verwendung des Himmelskörpers. Die Konzentration der Sonnenstrahlen kann nämlich auch dazu dienen, einen mächtigen Laser zu schaffen, der beispielsweise Metall schmelzen kann. Genau an dieser Idee arbeitet das kalifornische Startup Heliogen. Das Jungunternehmen konnte laut TechCrunch kürzlich bei einer Investitionsrunde 108 Millionen Dollar einsammeln.

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Konzentration ist „wie ein Todesstrahl“

Heliogen hat nach eigenen Angaben eine Lösung entwickelt, die Sonnenstrahlen besser als jede andere bestehende Technologie bündeln können soll. Ein komplexes System aus Spiegeln, die eine eigene Software dem Sonnenstand entsprechend genau ausrichtet, soll eine gewaltige Hitze von bis zu 1.000 Grad Celsius erreichen. „Es ist wie ein Todesstrahl“, sagt Heliogen-Gründer Bill Gross über die Technologie. Ziel der konzentrierten Strahlen sei entweder ein Turm, der die Hitze speichert, oder ein Übertragungsrohr für den Transport von Gasen wie grünem Wasserstoff.

Das im Jahr 2019 gegründete Startup will mit dem Spiegelsystem eine nachhaltige Alternative zu vielen industriellen Anwendungen bieten. Die Herstellung von Zement, Stahl oder petrochemischen Produkten wie Kunststoff erfordert laut dem Jungunternehmen große Hitze. Entsprechende Anwendungen seien sehr energieaufwendig und erzeugen hohe Mengen an CO2-Emissionen. Mit dem Sonnen-Laser sollen diese Vorgänge deutlich umweltfreundlicher ablaufen. Das neue Kapital will Heliogen für Tests in Minen und Raffinerien verwenden.

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Heliogen baut „Sonnenlicht-Raffinerien“

Neben dem Einsatz in der Industrie soll das Spiegelsystem auch bei der nachhaltigen Energieerzeugung sehr effektiv sein. Vor allem bei der Herstellung von grünem Wasserstoff durch einen Elektrolyseur biete es viel Potenzial. Das sehen auch die Investoren so. Zu den Geldgebern gehören unter anderem die Investmentgesellschaften Prime Movers Lab und Ocgrow Ventures sowie der Stahlkonzern ArcelorMittal und das Energieunternehmen Edison International.

Mit dem Geld will das Startup nicht nur Tests durchführen, sondern auch echte „Sonnenlicht-Raffinerien“ aufbauen. Eigene Anlagen zur Konzentration von Sonnenlicht sollen unter anderem in Kalifornien entstehen. Als Partner konnte Heliogen bereits den Bergbau-Giganten Rio Tinto gewinnen. Bei einer Borate-Mine des Konzerns soll die Technologie bald zum Einsatz kommen. Das Gleiche gilt für ein Stahlwerk von ArcelorMittal. Laut dem Startup können diese Industrie-Riesen mit den konzentrierten Sonnenstrahlen stark an CO2-Emissionen sparen.

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