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SolOcean: Startup baut schwimmende Solaranlagen für Südsee-Inseln

SolOcean-Gründer Gerold Guger und Martin Aichinger mit dem Floater © SolOcean
SolOcean-Gründer Gerold Guger und Martin Aichinger mit dem Floater © SolOcean

Bisher lag der Fokus bei dem Ausbau von erneuerbaren Energiequellen zumeist an Land. Doch das ändert sich. Auf dem Meer schwimmende Anlagen zur nachhaltigen Energiegewinnung könnten einer der Schlüssel zur Energiewende sein. So zum Beispiel auf der Oberfläche treibende Windparks (Tech & Nature berichtete). Doch auch Solaranlagen auf dem Wasser sind möglich. Das niederösterreichische Startup SolOcean hat modulare Photovoltaikanlagen entwickelt, die laut den Gründern sowohl im Süßwasser, als auch im Salzwasser effizient Solarenergie auffangen können. Die „SolOcean Floater“ schwimmen dabei auf der Wasseroberfläche.

Schwimmende Windparks könnten bald Offshore-Windanlagen ablösen

Floater halten Wind und Wetter statt

„Würde man zum Beispiel in Österreich nur ein Drittel aller Stau- und Speicherseen mit dem SolOcean Floater ausrüsten, könnte man damit 5 Gigawatt elektrische Leistung produzieren“, so Gerold Guger und Martin Aichinger, die Gründer von SolOcean. Das ist aber gar nicht unbedingt das Ziel des 2019 gegründeten Startups. Dieses will beim Markteintritt vor allem Inseln in der Südsee mit sauberer Energie versorgen. „Ich habe bei einer Malediven-Reise vor einigen Jahren mitbekommen, dass die Inseln jährlich mit 517 Millionen Liter Diesel beliefert werden – das entspricht etwa 1,5 Millionen Tonnen jährlichem CO2-Ausstoß“, begründet Mitgründer Gerold Guger die Entscheidung.

Die SolOcean Floater bestehen laut den beiden Gründern aus UV-stabilem HDPE-Kunststoff. Auf ihnen befinden sich Panele aus Solarglas, in denen sich Monozellen befinden. Um die gewonnene Energie zu verarbeiten, werden sie mithilfe von Kabeln mit Kraftwerken an Land verbunden. Das Abtreiben wird durch eine Verankerung am Meeresgrund durch Mooring-Leinen verhindert. Um gegen das Eindringen von Feuchtigkeit und Salzkristallen gewappnet zu sein, verfügen die Schwimmkörper zudem über eine doppelte Randversiegelung. Aufgrund der horizontalen Lage des Solar-Elements auf dem Meer bieten sie laut den Gründern außerdem kaum Angriffsfläche für große Windstärken und verringern zusätzlich die Wasserverdunstung. Wellen von bis zu drei Meter Höhe können ihnen so nichts anhaben, sind sich die Gründer sicher.

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Investitionen in SolOcean möglich

Die Lebensdauer der Photovoltaik-Anlagen beträgt mehr als 25 Jahre, so das Jungunternehmen. Hergestellt werden sie von dem  deutschen Polymerverarbeiter Rehau. Die beiden Gründer Guger und Aichinger konzentrieren sich hauptsächlich auf den Vertrieb ihrer Produkte. Für den Markteintritt und die internationale Expansion zu Inseln wie den Malediven, veranstalten die Gründer momentan eine Crowdfunding-Kampagne. Ab 100 Euro können Anleger einsteigen. Bislang habe das Startup nach eigenen Angaben schon eine Million Euro eingesammelt.

SolOcean hat vor Kurzem den GreenTech Award 2020/21 erhalten. Das Jungunternehmen hat als Förderer unter anderem die Startup-Initiative „greenstart“, finanziert vom Klima- und Energiefonds, für sich gewonnen. Im Jahr 2022 sollen die Expansion und der Markteintritt stattfinden. Einen genauen Preis für die SolOcean Floater hat die Jungfirma noch nicht festgelegt.

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