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Solarstrom: Fassaden sind große Chance für den Photovoltaik-Ausbau

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Damit Österreich bis 2030 komplett auf Ökostrom umstellen kann, soll vor allem eine erneuerbare Energiequelle massiv ausgebaut werden: Photovoltaik. Solaranlagen auf Dächer zu stellen, das wird allerdings laut Experten nicht genügen, um bis 2030 11 Terawattstunden mehr Strom aus Photovoltaik zu gewinnen. Und Anlagen auf freien Flächen sind umstritten, da befürchtet wird, dass das Flächen treffen könnte, die auch landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Einer Option wurde bisher offenbar zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt: Die Fassaden von Gebäuden. Wissenschaftler haben in einer Studie für Deutschland ein großes Potenzial erkannt.

Und das Potenzial ist tatsächlich beachtlich: „Das theoretische Flächenpotenzial lässt sich auf rund 12.000 Quadratkilometer Fassadenfläche und knapp 6.000 Quadratkilometer Dachfläche beziffern“, sagt Martin Behnisch vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), das die Studie gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), dem Institut für Angewandte Bauforschung Weimar (IAB), dem Lehrstuhl für Geoinformatik der TU München sowie mit Praxispartnern der Solarindustrie durchgeführt hat.

Gesamtpotenzial stark vereinfacht gerechnet

Das Potenzial für den Ausbau von Photovoltaik ist an Fassaden also laut der Studie doppelt so groß als auf Dächern. Allerdings wurde mit stark vereinfachten Daten gerechnet, weshalb die Ergebnisse noch mit Vorsicht zu genießen seien, geben auch die Studienautoren zu: „Allerdings müssen wir auch betonen, dass es sich im Moment noch um theoretische Flächenpotenziale handelt“, so Behnisch. Gerechnet wurde mit 3D-Gebäudemodellen des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG), das weder Fenster, noch besondere Dachformen, Giebel oder Balkone berücksichtig. In dieser ersten Analyse wurde auch ein möglicher Denkmalschutz ignoriert.

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Detaillierte Stichprobe

So detailliert wurde nur eine Stichprobe von immerhin 100.000 Gebäuden in ganz Deutschland betrachtet. Für sie wurde gemeinsam mit der TU München alle Dach- und Fassadenflächen inklusive der solaren Einstrahlung im Detail modelliert und visualisiert. In diesen Fällen wurde selbst die Umgebung miteinbezogen – beispielsweise, ob ein Baum einen Schatten werfen würde. Diese Detailarbeit hat ergeben, dass das Potenzial vor allem bei großen Gebäuden wie Produktionshallen, Bildungseinrichtungen oder öffentlichen Gebäuden groß ist. Aber auch große Wohnkomplexe wie Hochhäuser bieten durchaus großes Potenzial für die Installation von Photovoltaik“, sagt Behnisch. Die Arbeit sieht er als ersten, aber wichtigen Schritt: „Die Daten müssen an den konkreten Standorten noch durch genauere Analysen spezifiziert werden. Aber sie geben doch einen Eindruck davon, welche großen Potenziale in bauwerksintegrierter Photovoltaik schlummern. Vor allem mit Blick auf die Ziele zur CO2-Einsparung sind das wichtige Ansatzpunkte“.

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