Shared E-Roller verursacht mehr CO2 als normales Moped

TechAndNature - 13 Dez 2019

E-Scooter sind nicht so „grün“, wie man vermuten würde © Unsplash

E-Roller haben binnen eines Jahres das Stadtbild in zahlreichen europäischen Ländern erobert. Alleine in Wien gibt es mittlerweile sechs verschiedene Anbieter und scheinbar überall stehen und liegen die Roller auf Gehsteigen, in Parklücken oder auf Plätzen. Sie beschäftigen die Politik und sie polarisieren. Überraschender dürfte vielleicht sein, dass sie gar nicht so grün sind, wie man meinen könnte. Nach einer Berechnung des Lufthansa Innovation Hubs sind sie vielleicht sogar umweltschädlicher als herkömmliche Mopeds und auch als E-Autos.

„Um mehr Klarheit in die laufende Nachhaltigkeitsdiskussion zu bringen, haben wir so viele verfügbare Datenpunkte wie möglich aus seriösen Quellen gesammelt, um die verschiedenen Mobilitätsarten – einschließlich der wachsenden Zahl neuer Verkehrsdienste wie E-Roller und Fahrrad-Sharing – nach ihrem durchschnittlichen CO2-Ausstoß zu bewerten“, erklären die Datenexperten in einem Blogeintrag.

E-Moped besser als Bim

Die Experten haben also den schätzten oder berechneten CO2-Ausstoß verschiedener Mobilitätsarten aus unterschiedlichen Quellen zusammengefasst. Dabei haben sie nicht nur die Emission im Betrieb berücksichtigt, sondern auch in der Produktion und Wartung. Wenig überraschend ist zu Fuß zu Gehen die Fortbewegung der Wahl, wenn man kein CO2 ausstoßen möchte. Gleich danach reihen sich Radfahren und E-Bus-Fahren. Dann kommt bereits die erste Überraschung: Mit einer E-Vespa ist man offenbar umweltfreundlicher unterwegs als mit der Straßenbahn.

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CO2-Falle: Herstellung, Entsorgung und Wartung

Bis man beim E-Scooter angelangt, muss man in der Liste allerdings weit nach unten sehen. Mit 126 Gramm CO2 pro Personen-Kilometer liegt der elektrisch angetriebene Tretroller im oberen Mittelfeld und ist damit umweltschädlicher als Mopeds, Öffis, Plug-In-Hybrid-Autos und E-Autos. Schuld an der schlechten CO2-Bilanz der E-Roller sind laut dem Lufthansa Innovation Hub vor allem Herstellung und Entsorgung, sowie die Wartung, die etwa bei herkömmlichen Mopeds vergleichsweise umweltfreundlich sind.

Die umweltschädlichste Art, sich fortzubewegen ist demnach der Kurzstrecken-Flug, der auf den Personenkilometer gerechnet, mehr als 240 Gramm CO2 verursacht. Allerdings: Langstreckenflüge bleiben immer noch umweltfreundlicher als Autofahren mit fossilen Treibstoffen.

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Hinter dem Text

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