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Erneuerbare Energien

Schwimmende Windparks könnten bald Offshore-Windanlagen ablösen

Schwimmender Windpark Hywind Scotland © Equinor
Schwimmender Windpark Hywind Scotland © Equinor

Offshore-Windparks bieten massives Potenzial für die saubere Energiegewinnung. So setzt beispielsweise Südkorea auf die weltweit größte Anlage, um bis 2050 klimaneutral sein zu können (Tech & Nature berichtete). Das Milliardenprojekt verspricht eine Leistung von 8,2 Gigawatt, jedoch gibt es laut dem MIT Technology Review noch eine bessere Alternative: Schwimmende Windparks. Diese auf dem Meer platzierten Plattformen würden wesentlich mehr Potenzial für die Energiegewinnung bieten als ihre Pendants vor der Küste.

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„Signifikante Expansion der Windkraft“

„Indem man in tiefere Gewässer vorstößt und größere Windressourcen erschließt, könnten schwimmende Windräder eine signifikante Expansion der Windkraft erlauben – und das konkurrenzfähig“, zitiert Heise Online Francisco Boshell, Analyst bei der Internationalen Erneuerbare Energien Agentur. Laut dem MIT Technology Review befinden sich etwa 80 Prozent der weltweiten Windkraftreserven in Gewässern, die mehr als tiefer als 60 Meter sind. Hier können herkömmliche Windräder nicht stehen, nur schwimmende Windparks sind dort einsetzbar.

Der erste kommerziell genutzte schwimmende Windpark ist der vom norwegischen Energiekonzern Equinor entwickelte „Hywind Scotland“. Seit 2017 schwimmt die Anlage laut Equinor 30 Kilometer vor der Küste Schottlands. Insgesamt fünf Windturbinen mit einer Leistung von jeweils sechs Megawatt seien auf der Plattform befestigt. Durch Exportkabel gelangt die gewonnene Energie an Land. Den Entwicklern zufolge kann Hywind Scotland etwa 36.000 Haushalte dauerhaft mit Strom versorgen.

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Schwimmende Parks werden günstiger

Neben dem Potenzial für mehr Energiegewinnung könnten schwimmende Windparks in Zukunft auch deutlich günstiger sein als die Offshore-Alternative. „Die Lasten müssen nicht mehr alle in den Meeresgrund abgeleitet werden, sondern die Plattformen lassen sich durch Hydrodynamik, Ballast und Vertäuungssysteme stabilisieren. Das macht die schwimmenden Fundamente bei wachsender Anlagengröße und Wassertiefe gegenüber festen Fundamenten immer günstiger“, zitiert Heise Online Po Wen Cheng, Professor für Windenergie an der Uni Stuttgart. Auch das finanzielle Potenzial von den schwimmenden Anlagen ist noch nicht ausgeschöpft.  So sei das Kostensenkungspotential bei den traditionellen Offshore-Windrädern fast ausgeschöpft, so der Branchenverband WindEurope. Nicht so bei den schwimmenden Anlagen. So könnte die Megawattstunde bei diesen bis 2030 rund 40 bis 60 Euro je Megawattstunde kosten. Zum Vergleich: Bei den Offshore-Windparks liegt eine Megawattstunde im Durchschnitt bei 65 Euro.

Steigende Anzahl

Laut dem Global Offshore Report gibt es momentan weltweit etwa 50 Projekte mit schwimmenden Windparks. Sie schaffen eine Leistung von insgesamt etwa 85 Megawatt. Jedoch rechnen die Analysten damit, dass sich diese Zahl bis zum Ende des Jahrzehnts auf ungefähr 6,2 Gigawatt erhöhen wird. Besonders wichtig sei dabei Europa mit seinen vielen tiefen Gewässern in der Nähe der Küsten wichtiger Verbraucher. Allerdings stellt im Moment noch die Wartung der schwimmenden Anlagen ein zu lösendes Problem dar.

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