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Roboat: Ein autonomes Taxi-Boot auf den Grachten Amsterdams

Seit Ende Oktober ist das Roboat in Amsterdam unterwegs ©MIT CSAIL
Seit Ende Oktober ist das Roboat in Amsterdam unterwegs ©MIT CSAIL

Die einen lieben Amsterdam für die Tulpen, die anderen für die Kekse und andere wieder wegen der offenen Lebensart. Aber eines zeichnet die Stadt darüber hinaus aus: die zahlreichen Wasserkanäle, Grachten genannt, welche sich ihren Weg durch die Stadt schlängeln. Auf diesen ist einiges los, von Hausbooten, zu Touristenschiffe bis zu der Müllabfuhr. Seit wenigen Wochen sind nun zwei weitere Gefährte ebenfalls auf den Gewässern Amsterdams unterwegs. Hinter dem Namen „Roboat“ verstecken sich zwei autonome Schnellboote. Diese wurden von einem Forschungsteam des CSAIL (Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory), des MIT sowie des Institute for Advanced Metropolitan Solutions entwickelt und befinden sich aktuell in der Testphase.

Platz für fünf Personen im Roboat

Bereits 2015 präsentierte das Forschungsteam kleine Prototyp-Boote, 2020 folgte dann ein halbgroßes Modell, welches bereits mit Navigationsfähigkeiten ausgestattet war. Seit Ende Oktober sind nun zwei Roboats in der niederländischen Hauptstadt unterwegs. Diese sollen laut Mitteilung der Forschenden bis zu fünf Personen befördern können oder aber Abfall sammeln oder Waren befördern.

„Wir haben jetzt eine höhere Präzision und Robustheit in den Wahrnehmungs-, Navigations- und Steuerungssystemen, einschließlich neuer Funktionen, wie z. B. den Nahannäherungsmodus für Verriegelungsfunktionen und eine verbesserte dynamische Positionierung, so dass das Boot in realen Gewässern navigieren kann“, so Daniela Rus, MIT-Professorin für Elektrotechnik und Informatik und Direktorin von CSAIL, „Das Steuerungssystem von Roboat passt sich der Anzahl der Personen im Boot an.“

Kameras und Lidar ermöglichen 360-Grad-Blick

Die Boote selber werden rein elektrisch betrieben, mithilfe des GPS erfolgt die Routenbestimmung, während eine Reihe von Kameras, welche einen 360-Grad-Blick ermöglichen, und die Lidar-Technik das „Sehen“ ermöglichen. Die kleinen Kameras auf dem Boot würden die Boote außerdem bei der Erkennung eines QR-Codes zur Docking-Station oder zu anderen Booten leiten, so das Forschungsteam. Dadurch sei es möglich, dass sich das Roboat mit anderen Booten und der Andockstation verbindet, und so temporäre Brücken zur Verkehrsentlastung sowie schwimmende Bühnen und Plätze bildet.

Ganz autonom ist der Betrieb allerdings nicht geplant. „Genau wie ein/e Brückenwärter:in wird ein/e Bediener:in an Land den Roboat von einem Kontrollzentrum aus fernüberwachen. Ein/e Bediener:in kann über 50 Roboat-Einheiten überwachen und so einen reibungslosen Betrieb sicherstellen“, so Fabio Duarte, welcher ebenfalls Teil des Forschungsteams ist. Bisher ist der Einsatz von 50 Roboats aber noch eher Zukunftsmusik. Über ihren Einsatz werden die zwei Test-Boote entscheiden, welche im Moment auf den Grachten Amsterdams unterwegs sind. Sollten die Fahrten des Roboat erfolgreich sein, könnten diese vielleicht schon in naher Zukunft eine weitere Signatur der Stadt werden.

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