450 Millionen Euro

Rettungspaket fix: Was die AUA nun für den Klimaschutz tun muss

AUA, Flugzeug, Austrian Airlines
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Die österreichische Bundesregierung hat am Montagnachmittag die Details des Rettungspakets für die AUA präsentiert: 450 Millionen Euro erhält die angeschlagene Fluglinie von der Republik Österreich. 300 Millionen in Form von Garantien für einen Kredit, den ein Bankenkonsortium stellt, und 150 Millionen Euro als staatliche Zuschüsse, die noch von der EU genehmigt werden muss.

Für dieses Hilfspaket mussten sich die AUA und der Mutterkonzern Lufthansa zu Klimaschutzmaßnahmen verpflichten. Dazu soll zwischen Lufthansa und dem österreichischen Klimaministerium sogar ein eigener Klimavertrag geschlossen werden, berichteten die „Presse“ und der „Standard“ bereits vor der Präsentation der Details des Rettungspaketes.

Großes Klimaschutzpaket

Für eine Ökologisierung der AUA soll die Lufthansa als Teil des Rettungspaketes 150 Millionen Euro locker machen. Mit diesem Geld soll die Fluglinie folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Modernisierung der Flotte: Der CO2-Ausstoß der Flotte soll pro 100 Passagierkilometer von 9,55 Kilogramm auf 8,5 Kilogramm sinken.
  • Alternative Treibstoffe: Auf Kurz- und Mittelstrecken sollen zwei Prozent alternative Treibstoffe beigemischt werden.
  • Lärmschutz: Der Fluglärm soll um 60 Prozent verringert werden.
  • Keine Kurzstreckenflüge, wo die Bahn eine attraktive Alternative ist. Eine attraktive Alternative seien Verbindungen, auf denen die Bahn unter 3 Stunden brauche, erklärte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Für Linz und Salzburg gelte das bereits und nach Fertigstellung von Semmering- und Koralmtunnel sollen auch für Graz und Klagenfurt keine Kurzstreckenflüge mehr angeboten werden. 500 Millionen Euro will die Regierung dazu in den kommenden Jahren in Nachtzug-Verbindungen investieren. Die drastische Reduktion von Inlandsflügen war bereits Bedingung für die französische Staatshilfe für die Air France – die französische Regierung hat ein 7 Mrd. Euro schweres Rettungspaket geschnürt und an eine Verringerung der inländischen CO2-Emissionen um 50 Prozent geknüpft.
  • CO2-Neutralität der AUA-Fahrzeugflotte
  • CO2-Kompensation von Dienstreisen
  • Gegen Preisdumping: Keine Tickets unter 40 Euro
  • Flugticketabgabe von mindestens 12 Euro pro Ticket und 30 Euro pro Ticket für „besonders klimaschädliche“ Kurzstrecken von bis zu 350 Kilometer.

Kritik an zu wenig ambitionierten Zielen

Insgesamt soll die AUA ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent reduzieren. Dieses Ziel wurde am Montagabend von der Umweltschutzorganisation Greenpeace als zu wenig ambitioniert kritisiert. „Die Regierung versenkt Steuergeld in einem fossilen Konzern und verabsäumt dabei, ambitionierte Klima-Konditionen festzulegen“, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Jasmin Duregger. „Damit konterkariert sie ihr eigenes Ziel einer Klimaneutralität bis 2040 für Österreich“. Zudem würden entsprechende Strafen bei einer Abweichung fehlen. „Was wir brauchen, ist ein sofortiges Verbot von Kurzstrecken, Kostenwahrheit durch eine Kerosinsteuer und Investitionen in klimafreundliche, statt klimaschädliche Mobilität“, so Duregger. Auch Global 2000 sprach sich nach der Präsentation für eine Kerosinsteuer aus und forderte eine wesentlich höhere Flugticketabgabe von 100 Euro pro Flug.

„Fridays for Future“ kündigt Protest an

Kritik an dem Rettungspaket kam auch von der österreichischen „Fridays for Future“-Bewegung. Man vermisse in dem Pakt eine Konzernstrategie, die mit den Pariser Klimazielen von einer Beschränkung der Erderhitzung um 1,5 Grad vereinbar ist. „Was uns hier als Ökologisierung verkauft wird, ist eine Frechheit: Der Bau neuer Flugzeuge zur angeblichen Effizienzsteigerung wird am Ende zu noch mehr Emissionen und Ressourcenverbrauch führen“, sagt der 18-jährige Simon Pories von Fridays for Future Wien. „Es braucht endlich eine deutliche Reduktion des Flugverkehrs anstelle einer Standortgarantie, die das Gegenteil zur Folge haben wird“. Für Freitag hat die junge Klimabewegung eine Protestaktion gegen das Rettungspaket angekündigt.

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