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Wiederverwertung

Recyclingmaschine „Jumbo“ lässt Unternehmen ihre Küchen-Abfälle zu Mehl verwandeln

VRS-Maschine © VRS
VRS-Maschine © VRS

Bei der Produktion von Nahrungsmitteln entstehen immer viele Abfälle. Besonders Tierinnereien bleiben oft übrig. Die Wiederverwertung erfordert von Herstellern oft den Transport zu anderen Unternehmen, was wiederum unnötige Treibhausgas-Emissionen verursacht. Das Schweizer Unternehmen VRS – Value Recovery Solutions AG bietet eigene Recyclingmaschinen an, mit denen Nahrungsmittel-Konzerne die Verwertung im eigenen Haus durchführen können. Damit will das 2002 gestartete Unternehmen die Abfallverarbeitung sowohl in der Produktion, als auch der Entsorgung von Nahrungsmitteln revolutionieren. Die nun neuen „Jumbo-Maschinen“ von VRS sollen besonders große Mengen an Abfall in Mehl umwandeln können.

„Abfall an Ort und Stelle wiederverwerten“

„Unternehmen produzieren deutlich nachhaltiger, wenn sie ihre Abfallprodukte an Ort und Stelle wiederverwerten, anstatt diese umweltbelastend transportieren zu müssen. Auch ist das Recycling dadurch deutlich einfacher und Verschwendung wird vermieden“, erklärt VRS-CEO Herbert Strittmatter, der die Apparate selbst entwickelt hat. Die elektrisch betriebenen Maschinen erhitzen ein darin enthaltenes Öl und verdampfen so die Flüssigkeit in den Abfallprodukten. Sowohl den Dampf als auch Öle und Fette sollen die Apparate einfach ablassen können. Durch das Austrocknen und ein Rührwerk soll aus den Abfällen Mehl entstehen. Dieses neue Produkt soll unter anderem als Tierfutter dienen. So sollen die neuen Jumbo-Maschinen Fischinnereien zu Schweinefutter machen.

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Neben der Verarbeitung von Abfallprodukten können die Maschinen auch bei der Gewinnung von Nahrung aus Insekten zum Einsatz kommen. Ein Kunde von VRS nutzt sie laut Strittmatter, um Soldatenfliegenlarven zu Mehl zu machen. Dieses Recycling-Produkt ist dann sehr proteinhaltig. Neben einer Maschine für Unternehmen bietet VRS auch mehrere Varianten für Haushalte an. Diese sollen vor allem das Volumen von Speiseresten reduzieren. Laut dem Unternehmen entsteht so ein geruchloses Pulver, das nur etwa 20 bis 30 Prozent der ursprünglichen Masse hat. Das kann dann wiederum als Pflanzendünger fungieren.

„Geringstmöglicher Energieaufwand“

Der Energieverbrauch der Apparate liegt VRS zufolge bei 90 Kilowattstunden für alle 100 Liter, die verdampft werden. Das Unternehmen verspricht bei dieser Lösung den „geringstmöglichen Energieaufwand“ bei der Verarbeitung von Wertstoffen. Die Lebensdauer einer Maschine liege bei 20 bis 30 Jahren und der Preis für ein Exemplar der Jumbo-Variante bei 57.000 Euro. Eine Haushaltsmaschine kostet etwa 2.000 Euro. Ziel des Unternehmens ist es so, die Abfallverarbeitung nachhaltiger zu machen und möglichen Engpässen bei der Tierfutterherstellung zu vermeiden.

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