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Machine Learning-Software

Purency: Wiener Startup macht mit dem „Microplastics Finder“ Verborgenes sichtbar

Die Gründer:innen des Startups © Purency
Die Gründer:innen des Startups © Purency

Mikroplastik ist inzwischen überall. Das ist leider wortwörtlich gemeint. Selbst im Meer, 8.255 Meter unter der Wasseroberfläche, haben Forschende es in Sedimentproben entdeckt. Dass dieses da nicht hingehört ist unbestritten, aber wie können Plastikteilchen, welches kleiner als 5 Millimeter sind, zuverlässig entdeckt werden? Die Antwort des Wiener Startups Purency darauf: Mit ihrer Software: Dem Microplastics Finder.

Forschung: Mikroplastik in 8255 Meter Tiefe entdeckt

Schnelle Identifizierung von Mikroplastikpartikeln

„Die Methoden zur Identifizierung von Mikroplastik sind komplex und produzieren große Mengen an Daten, die verarbeitet werden müssen“, so Aurelia Liechtenstein, eine der Gründerin von Purency. Abhilfe soll da nun die eigene Software des Startups bringen. Der Microplastics Finder analysiere die Daten basierend auf Machine Learning Modellen und und identifiziere innerhalb von Minuten Art, Anzahl und Größe der Mikroplastikpartikel, auch bei komplexen Proben, so das Versprechen des Startups. Ansprechen wollen sie damit Labore. 

Die Grundlage für die heutige Software wurde von Mitbegründer Benedikt Hufnagl bereits im Sommer 2016 erarbeitet. Zum damaligen Zeitpunkt analysierte er als Student der TU Wien manuell die Mikroplastikdatensätze der Universität Bayreuth. „Das waren 30 Datensätze mit etwa 30.000 Partikeln die über den Zeitraum von einem Monat analysiert wurden“, so Liechtenstein. Das führte zu der Entwicklung eines Software-Prototypen für die Universität Bayreuth, welcher diesen Prozess automatisiert. Dieser Prototyp führte weiterhin zu der Idee der Unternehmensgründung. Gemeinsam mit Michael Stibi und Valerie Hengl gründeten Liechtenstein und Hufnagel Purency im August 2020. Im Jänner 2021 konnte der Microplastics Finder nach einer erneuten Kooperation mit der Universität Bayreuth in den Markt eingeführt werden, so das Startup. 

Die Software macht Mikroplastik sichtbar © Purency
Die Software macht Mikroplastik sichtbar © Purency

„Wollen Goldstandard der Datenanalyse werden

„Es ist unser Ziel, der Goldstandard der Datenanalyse von Mikroplastikmessungen zu werden: Es braucht eine simple Methode, die schnell robuste Ergebnisse erzeugt, sodass die Anwender:innen sich auf die Interpretation der Daten, anstatt auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, konzentrieren können“, so Liechtenstein. Auch wollen sie dafür sorgen, dass die Methoden harmonisiert werden, sodass die Ergebnisse vergleichbar sind. 

Forscher: Autonome Roboter sollen Mikroplastik in Gewässern minimieren

Dafür setzt das Startup im Moment alles auf Wachstum. Dafür sei das bisher fünfköpfige 100% Remote-Working-Jungunternehmen aktiv auf der Suche nach neuen Teammitgliedern und Finanzierungsmöglichkeiten, so Liechtenstein. Umsätze generiere Purency durch den Verkauf von Softwarelizenzen. Außerdem wollen sie den Mikroplastiks Finder auch für die Anwendung in anderen Bereichen weiter entwickeln, so die Zielsetzung. In den nächsten zwei Jahren soll so die nachhaltige Positionierung am Markt geschafft sein.

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