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Wasserstoff statt Kohle

Premiere: Stahlriese SSAB liefert erstmals „grünen“ Stahl aus

Die Herstellung von Stahl benötigt viel Energie. ©yasin/unsplash
Die Herstellung von Stahl benötigt viel Energie. ©yasin/unsplash

Während es in einigen Bereichen bereits einige Möglichkeiten gibt, die Mengen der ausgestoßenen Emissionen zu reduzieren, ist der Industire-Sektor ein Bereich, welcher den größten Herausforderungen gegenüber steht. Allein die Produktion von Stahl macht sieben bis neun Prozent aller direkten Emissionen fossiler Brennstoffe aus, so die World Steel Association. Daher braucht es dringend Alternativen zu der jetzigen Stahlproduktion. Eine Alternative ist die Produktion von „grünem“ Stahl. Bisher war dieser allerdings eher eine Zukunftsvision. Der schwedische Stahlriese SSAB hat es den eigenen Angaben aber jetzt geschafft, „grünen“ Stahl zu produzieren und an einen Testkunden auszuliefern. Das sei eine Weltpremiere.

Wie auch viele andere Bereiche, setzt die Stahlindustrie im Moment ihre Hoffnungen auf Wasserstoff, um die CO2-Emissionen in dem Bereich zu senken. Für einen wirklich positiven Klimaeffekt muss aber auch der Wasserstoff „grün“ sein, also durch erneuerbare Energien hergestellt worden sein. Im Fall des schwedischen Stahlunternehmens SSAB stellt den Ökostrom, dem Unternehmen zufolge,  der Energiekonzern Vattenfall zur Verfügung. Vattenfall gehört ebenfalls zu dem Konsortium „Hybrit“, welches hinter dem Projekt steht. Als dritter im Bunde gesellt sich das Bergbaukonzern LKAB dazu.

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Wasserstoff statt Kohle und Koks

Bereits seit 2016 arbeiten die drei Unternehmen an der Produktion von grünem Stahl. Ziel des Konsortiums war es dabei von Anfang an, die Kokskohle, welche bisher für die erzbasierte Stahlerzeugung benötigt wird, durch Wasserstoff ersetzen, so die Firmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology, daher der Name des Konsortiums. 2018 folgte der Spatenstich für eine Pilotanlage für grünen Stahl in der schwedischen Stadt Luleå.

Im Juni diesen Jahres nun gelang es in eben dieser Pilotanlage wasserstoffreduzierten Eisenschwamm vorstellen, so die Angaben des Konsortium. Aus diesem Eisenschwamm, als Stahl-Rohstoff, wurde nun in der Anlage SSAB Oxelösund der grüne Stahl herstellt. Dafür wurde in der Produktion „zu hundert Prozent Wasserstoff anstelle von Kohle und Koks“ eingesetzt, wie die beteiligten Unternehmen mitteilten. Dieser grüne Stahl bleibt nun auch der heimischen Wirtschaft erhalten. So handelt es sich bei dem Testkunden, welcher das erste Produkt geliefert bekommen hat, um den schwedischen Automobilhersteller Volvo. Diese Testlieferung bezeichnet das Konsortium in einer entsprechenden Aussendung als einen wichtigen “ Schritt auf dem Weg zu einer vollständig fossilfreien Wertschöpfungskette der Eisen- und Stahlproduktion“.

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Für 2026 Produktion im industriellen Maßstab geplant

„Der erste fossilfreie Stahl der Welt ist nicht nur ein Durchbruch für SSAB, sondern auch ein Beweis dafür, dass es möglich ist, den Übergang zu vollziehen und den globalen Kohlenstoff-Fußabdruck der Stahlindustrie erheblich zu reduzieren. Wir hoffen, dass dies andere dazu inspirieren wird, den grünen Wandel ebenfalls zu beschleunigen“, sagt Martin Lindqvist, Präsident und CEO von SSAB.

Nun wollen die Unternehmen die Produktion von grünem Stahl entsprechend hoch skalieren. Bis 2026 plant das Konsortium den Stahl auf den Markt zu bringen und im industriellen Maßstab herzustellen. Durch den Einsatz der Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology könnten die von Schweden verursachten Emissionen um etwa zehn Prozent reduziert werden, ist das Konsortium überzeugt.

 

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