Weltraum

Planet B? Forscher arbeiten an nachhaltiger Millionenstadt auf dem Mars

Künstlerische Darstellung der Wand- und TAlabschnitte des Nüwa-Konzepts an den Klippen der Mesa Terra. © ABIBOO Studio /SONet (Gonzalo Rojas)
Künstlerische Darstellung der Wand- und TAlabschnitte des Nüwa-Konzepts an den Klippen der Mesa Terra. © ABIBOO Studio /SONet (Gonzalo Rojas)

Er ist der äußere Nachbar der Erde, ist halb so groß wie diese und ein Marsjahr dauert ca. ein Erdenjahr. Der Mars ist dem blauen Planeten in vielen Eigenschaften ähnlich, doch ist er kein Planet B für die Menschen, sollten die Entwicklungen des Klimawandels nicht einzudämmen sein. Durch die dünne Atmosphäre, dem fehlenden Magnetfeld und sehr niedrigen Oberflächentemperaturen sind die Lebensbedingungen für den Menschen nicht optimal. Für einen Wettbewerb der Mars Society hat das Expertenteam “SONet” (Sustainable Offworld Network), welches aus österreichischen, deutschen und internationalen Wissenschaftlern besteht, ein mögliches Lebenserhaltungssystem für den Mars entwickelt. Ziel ist es in der Zukunft bis zu einer Million Menschen damit versorgen zu können.

Zukunftsstadt “Nüwa” eingebettet den Klippen des Marses  

Dr. Gisela Detrell arbeitet am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart und entwickelt mit ihrem Team ein Lebenserhaltungssystem für die Stadt “Nüwa”. Als eine von fünf Städten in einem Verbund, soll sie eine nachhaltige Stadt mit langfristigem Zugang zu Ressourcen und Mobilität sein, welche ohne Unterstützungen von der Erde auskommt. Geplant wird die Stadt an den Wänden einer felsigen Marsklippe am Rand der “Tempe Mensa” Region. Die Klippen könnten den Menschen Schutz vor Druck, Temperaturschwankungen und schädlicher kosmischer Strahlung geben und Öffnungen zum Tal könnten die bewohnten Gebiete mit natürlichem Licht versorgen. Produktion, Industrie, Lebensmittel- und Energieerzeugung fänden oberhalb der Klippen oder im Tal statt.

 

Präsentation des Nüwa-Konzeptes bei der  “Mars City State Design Competition“

Pflanzen und Mikroalgen als Hauptnahrungsquelle

Damit diese Pläne auch umgesetzt werden können, braucht es ein Lebenserhaltungssystem, dass jederzeit ohne Hilfe und Einfluss der Erde, den zukünftigen Marsbewohnern das Überleben sichert. Geplant sind dafür landwirtschaftliche Module zum Anbau von Pflanzen und Mikroalgen. Neben ihrer Funktion als Hauptnahrungsquelle, werden sie außerdem das von den Menschen ausgeatmete Kohlendioxid nutzen, um mittels Photosynthese frischen Sauerstoff zu produzieren. Nach Aussagen der Wissenschaftler wird das dafür benötigte Licht vor allen Dingen durch energieeffiziente LEDs mit blauen und roten Wellenlänge gegeben. Insekten und Zellfleisch würden die Nahrung ergänzen.

Nachhaltige Städte auch auf der Erde umsetzbar

Noch sind allerdings nicht alle Hürden für die tatsächliche Besiedlung überwunden. Das Projekt braucht nach Angaben der Forscher große Kultivierungsflächen, viel Wasser, Nährstoffe, Sauerstoff und Stickstoff. Dafür benötigt es noch entsprechende Lösungen. 

Doch sind diese Forschungen nicht nur für ein Leben auf dem Mars interessant. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass dieses Projekt zeigt, dass eine nachhaltige Stadt möglich ist – auch auf der Erde. Somit könnten diese Erkenntnisse auch für zukünftige nachhaltige Planungen auf dem Heimatplaneten hilfreich sein. 

Space Meat: Startup bereitet Fleisch-Produktion am Mars vor

 

175 internationale Teams forschen an Ideen zur Marsbesiedlung  

Im Februar 2020 hat die internationale Mars Society mit der internationalen “Mars City State Design Competition” Wissenschaftler aus aller Welt dazu aufgerufen, ihre Ideen zu einer so selbsttragenden Millionenstadt wie möglich auf dem roten Planeten zu entwerfen. 175 Teams von mehr als einem Dutzend Ländern haben ihre Visionen dazu eingereicht. Den ersten Platz konnte das internationale Team “Next Aurora” mit ihrem Stadtstaat auf dem Mars für sich gewinnen. 

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