Pakt2020: Wie 12 österreichische Unternehmen 1,4 Mio. Tonnen CO2 eingespart haben

TechAndNature - 21 Feb 2020

Erneuerbare Energie ist ein wichtiger Baustein © Unsplash

Zwölf österreichische Großunternehmen hatten sich bis heuer ambitioniertere Klimaziele gesteckt, als das Land Österreich selbst. Sie haben sich dem „Pakt2020“ von klimaaktiv, der Klimaschutz-Initiative des Bundes angeschlossen: Bank Austria, BUWOG Group, Canon Austria, Caritas Salzburg, Danone, Greiner Packaging Austria, hali büromöbel, Hoval, McDonald’s Österreich, Ölz Meisterbäcker, REWE International AG und Vöslauer Mineralwasser haben sich individuell ambitionierte Ziele gesteckt, deren Erreichung jährlich von der Österreichischen Energieagentur und Umweltbundesamt überprüft wurden.

Doppelt so viel CO2 eingespart

Die jüngsten Zahlen liegen noch nicht vor, aber Programmleiter Stephan Fickl von der Österreichischen Energieagentur ist zuversichtlich: „Die CO2-Einsparungen, die sich die Unternehmen vorgenommen haben, summieren sich auf ungefähr 100.000 Tonnen pro Jahr. Insgesamt würden so von 2005 bis 2020 etwa 1,4 Mio. Tonnen eingespart“, erklärt er im Petajoule-Podcast der Energieagentur. „Mit den Bilanzen von 2017 und 2018 sind wir an diesen Zielen schon ganz knapp dran. Mit 2019 wird der Pakt dieses Ziel also wahrscheinlich erreicht haben“. Mit fast 35 Prozent CO2-Einsparungen in den vergangenen 15 Jahren liege der Pakt2020 damit beim Doppelten der Ziele Österreichs.

Fortsetzung der Initiative bis 2030

Da die Initiative heuer ausläuft, will klimaaktiv nun wieder Unternehmen für das Folgeprojekt „Pakt2030“ gewinnen. „Der offizielle Call für die Fortschreibung des klimaaktiv-Pakts bis 2030 wird in Kürze erfolgen“, bestätigt Georg Trnka, der bei der klimaaktiv-Initiative für den Pakt zuständig ist. Mitmachen können Großunternehmen, die allerdings einen Bewerbungsprozess durchlaufen müssen. Dazu muss eine Klimabilanz erstellt und eingereicht werden und dazu ein konkreter Plan mit Zieldefinition und Maßnahmenkatalog. Diese Ziele und Maßnahmen werden dann jedes Jahr von klimaaktiv überwacht und zusätzlich sorgt die Initiative für einen intensiven Austausch zwischen den Partnerunternehmen und beantwortet in Workshops konkrete Fragen – etwa zu E-Mobilität oder neuen EU-Vorgaben.

Rewe: Auch kleinere Maßnahmen sind wichtig

Einer der ersten Pakt-Partner 2011 war die Handelskette Rewe. „Ganz essentiell war die Umstellung auf Grünstrom 2009“, erklärt Tanja Dietrich-Hübner, die Leiterin der Nachhaltigkeits-Abteilung der Rewe. Seither verfolge das Unternehmen eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie, die aber auch aus vielen kleineren Maßnahmen bestehe: „Das Auswechseln der Beleuchtung auf LED oder bei den Kühlregalen Türen zu montieren“. Auch Innovationen würden eine Rolle spielen: „Billa hat zum Beispiel einen Kältepreis ausgelobt, um klimaschädliche Kältemittel in den Griff zu bekommen“.

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Bei Biodiesel an die Grenze gestoßen

Auch erneuerbare Energie baut die Handelskette immer weiter aus. 39 Photovoltaik-Anlagen gebe es bereits und bei jedem Neu- und Umbau werde geprüft, ob sich das Dach für eine neue Anlage eigne. „Ohne den Pakt wären diese Maßnahmen vielleicht punktuell gewesen, jetzt haben wir ein Gesamtkonzept, das sehr hilfreich ist“. Gelegentlich stoße man mit Nachhaltigkeitsmaßnahmen aber auch an Grenzen, erzählt die Managerin im Podcast. Etwa bei Biodiesel. „Wir dürfen nicht mehr Biodiesel zumischen, als die gesetzlich erlaubten 7 Prozent, weil wir sonst von unseren Lieferanten keine Garantie für die Fahrzeuge bekommen. Wir haben deshalb von 10 Prozent wieder auf 7 Prozent reduziert“.

Bis 2030 50 Prozent CO2 reduzieren

Beim Pakt2030 soll die CO2-Reduktion in den Mittelpunkt rücken, verrät Programmleiter Fickl: „Wir wollen das Österreich-Ziel von minus 36 Prozent noch einmal übertreffen und peilen minus 50 Prozent an (2005 bis 2030, Anm.)“. Dietrich-Hübner ist davon überzeugt, dass die Rewe wieder mit dabei ist, auch wenn die nächsten Schritte am Nachhaltigkeitspfad ihrer Einschätzung nach, schwieriger werden. „Die entscheidendsten Maßnahmen haben wir in den letzten Jahren gesetzt, jetzt wird es natürlich immer schwieriger. Die nächsten Schritte kosten viel Geld und Aufmerksamkeit. Ich denke aber wirklich, dass es eine Verantwortung ist, die ein Unternehmen gegenüber der Gesellschaft hat“. Und: „Wirtschaftlich gesehen profitiert man auch“.

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