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Österreichischer Verkehr erreicht Klimaziel für 2020

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2020 wurden durch den österreichischen Verkehr deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht. Das bestätigt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ)  in einer Presseaussendung von Anfang Jänner 2021. Rund 1,8 Milliarden Liter weniger Diesel und Benzin wurden 2020 getankt und somit hat sich der CO2-Ausstoß um 4 Millionen Tonnen gesenkt. Das ist nach Aussagen des Verkehrssprechers der Grünen, Hermann Weratschnig in einer Reaktion auf die Veröffentlichung, der erste CO2-Ausstoß Rückgang des heimischen Verkehrs seit 2014.  

Auch wenn der Sektor Verkehr dadurch sein Klimaziel für 2020 erreicht hat, zeigen sich sowohl der VCÖ als auch die Grünen vorsichtig. Für sie ist die CO2-Minderung nur eine Folge der Corona-Pandemie und nicht auf tiefer greifende Maßnahmen zurückzuführen. Für 2021 fürchten sie daher wiederum ohne Maßnahmen im Verkehr einen deutlichen Anstieg der Emissionen. 

8,7 Milliarden Treibstoff 2020 verbraucht

Rund 20 Millionen Tonnen CO2 hat der österreichische Verkehr 2020 verursacht und schafft es damit unter seinem Klimaschutzziel von höchstens 21,7 Millionen Tonnen 2020 zu bleiben. Um das Pariser Klimaabkommen 2030 zu erfüllen, reicht das allerdings noch nicht. Auch im Jahr 2020 war der Treibstoffverbrauch mit rund 8,7 Milliarden Liter laut VCÖ weiterhin rund eine Milliarde Liter höher als im Jahr 2000. Damit können auch mit den aktuellen Zahlen die Pariser Ziele nicht erreicht werden. 

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Anstieg im Verkehr muss klimaverträglicher ausfallen

Für 2021 erwartet der VCÖ einen Anstieg im Bereich Verkehr und betont, dass dieser klimaverträglicher ausfallen muss, also noch vor der Pandemie. „Die Klimakrise ist ein gemeinsames Problem, das wir nur gemeinsam lösen können. Viele Beispiele zeigen bereits heute, dass die klimaschädlichen Emissionen der Mobilität deutlich verringert werden können. So können beispielsweise Betriebe und Unternehmen durch betriebliches Mobilitätsmanagement einen großen Beitrag leisten, damit mehr Beschäftigte klimafreundlich zur Arbeit kommen“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Auch das Potenzial des Homeoffices, der Ausbau der Rad-Infrastruktur und die deutlich umweltfreundlicheren Bahnfahrten müssen mehr Priorität ihrer Meinung nach haben. 

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VCÖ fordert Aus für Steuerbegünstigung von Diesel

Als besonders gegenteilig für die Mobilitätswende empfindet der VCÖ allerdings die steuerliche Begünstigung von Diesel. „Österreich hat zu hohe Steuern auf Arbeit und zu niedrige auf CO2 und Umweltverschmutzung. Das, was es zu vermeiden gilt, nämlich CO2, ist höher zu bepreisen und das, was wir wollen, nämlich Arbeitsplätze, ist niedriger zu besteuern. Gerade jetzt, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, ist das Vorziehen der ökosozialen Steuerreform besonders wichtig“, so Rasmussen. Insbesondere im Güterverkehr sieht der Verband Bedarf, mehr auf den Schienenverkehr umzustellen. Als Beispiel nennen sie dafür die Schweiz. Im Nachbarland wird Diesel nicht begünstigt und in Mautgebühren fließen externe Kosten wie Umwelt- und Gesundheitsschäden mit ein. Während im Zeitraum von 2010 – 2019 der LKW-Verkehr auf dem Brenner um 33% zugenommen hat, ist die Anzahl der alpenquerenden LKWs nach Aussagen des VCÖs in der Schweiz im selben Zeitraum um 24% gesunken. 

 

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