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ÖKlo Spüli: Startup arbeitet am wasserfreien Öko-Klo für daheim

Die Öklo Spüli ist eine wasserfreie Öko-Toilette für daheim © Öklo
Die Öklo Spüli ist eine wasserfreie Öko-Toilette für daheim © Öklo

Es gibt Neuigkeiten im Bereich des ökologischen Toilettengangs. Das niederösterreichische Startup öKlo hat die letzten Monate genutzt und einen WC-Prototypen mit Spülkasten für Innenräume erschaffen. Mit einer Breite von 40 cm wird die öKlo Spüli in jeden Raum reinpassen und wie auch die anderen Modelle des Startups ohne Wasseranschluss oder Chemie auskommen. Noch gibt es nur einen Prototypen, aber laut Gründer Niko Bogianzidis, soll die öKlo Spüli spätestens im Februar oder März 2021 erhältlich sein. 

2017 begann die Erfolgsgeschichte des Öko-Toiletten-Startups. Sechs mobile Klos hatten Bogianzidis und sein Team damals gebaut und sich damit wie David gegen Goliath, gegen die vorherrschenden mobilen Chemieklos der Konkurrenz positioniert. Bei den öKlos werden die Fäkalien mit Sägespänen vermischt und durch ein spezielles Verfahren kann daraus wertvoller Kompost entstehen. 

Inside Öklo: So tickt das Öko-Toiletten-Startup aus Österreich

 

2020 für neue Projekte und Ideenumsetzung genutzt

Die letzten Monate hat das Team nun an zwei neuen Produkten gearbeitet. Eine preiswerte Option zu der öKlo Klassik wird nächste Woche erscheinen. “Wir hatten sehr viele Anfragen, da die öKlo Klassik mit 4.500 einfach viel zu teuer für viele ist”, sagt Bogianzidis. Um den Preis senken zu können, wird die neue Variante auf das Eisengestell, die Möglichkeit der Höhenanpassung und anderes verzichten. So wird sie nur 1.800 bis 1.900€ kosten. Der Gründer: “Sie kann mehr oder weniger das gleiche wie die öKlo Klassik, ist nur nicht ganz so stabil und robust.”

Die zweite Innovation ist die öKlo Spüli. Mit ihr wird es nun einen vollwertigen Toilettenersatz für Innen geben. Durch die Modul-Bauweise kann sie an die gegeben Raumverhältnisse angepasst werden und der Kunde kann selber entscheiden, ob er einen Spülkasten, Streukästen links oder rechts oder nur das Miniklo haben möchte. Auch eine Absaugung wäre möglich. Mit einem WC-Lüfter, welcher an einem Rohr angeschlossen ist, könnte die Luft durch den Klositz nach draußen geleitet werden und dann ist die öKlo Spüli laut Bogianzidis absolut geruchsfrei. Verkauft werden soll die ökologische Variante nach heutigen Schätzungen für ca. 800 bis 900€. Einsatzmöglichkeiten wird es viele geben. “Es gibt in Wien auch noch Wohnungen der Kategorie D, bei welcher die Toiletten am Gang sind, oder im Kleingartenbereich oder beim Camping – es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten für unsere Toiletten, sodass man keinen Wasseranschluss oder Abwasseranschluss braucht. Unsere Lösung kann da einfach helfen.”, sagt der Gründer. 

öKlo: Wie das Startup aus menschlichen Fäkalien Kompost machen will

 

Auch für öKlo war 2020 kein leichtes Jahr

Trotz dieser zwei Inventionen, war das Jahr 2020 nach Aussagen von Niko Bogianzidis auch für öKlo nicht leicht. “Wir mussten extrem runterfahren und haben leider auch Personal abgebaut.” Bisher ist die Haupteinnahmequelle des Startups die Vermietung ihrer mobilen Klos auf Veranstaltungen, Baustellen und Spielplätze. 80 öKlo Minis und öKlo Kombis hat das Unternehmen 2020 verkaufen können, hinzu ca. fünf bis sechs Klassik-Toiletten. Durch Aktionen im Bereich der Baustellenklo-Vermietung, gelangen dem Startup dann noch einige Vermietungen. Trotzdem ist der Unternehmer mit Blick auf 2021 und dem Markteintritt der Produkte ein wenig nervös: “Wenn das nächste Jahr nun von 0 auf 3.000 startet und dann halt nicht so wie wir`s kennen sondern gleich extrem, habe ich doch ein bisschen Respekt davor, was passieren kann. Unsere Klos und das was wir anbieten, sind cool und werden nachgefragt. Also das kann schon ein spannendes Jahr werden.”

Kompostverkauf als langfristiges Ziel

Für die weitere Zukunft erhofft sich der Startup-Gründer aber einen noch ganz anderen Effekt. Rentiert sich heute das Unternehmen durch die Vermietung und den Verkauf der Klos, möchte sich Bogianzidis in weiterer Zukunft noch mehr auf Gewinnung und Verkauf von Kompost spezialisieren: “Das Vermieten und so ist eh leiwand, aber nicht so wirklich der nachhaltige Durchbruch, den ich will.” Seiner Meinung nach ist dieses selbst gesteckte Ziel auch erreichbar.

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