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Österreich: Post testet ab 2022 „Grüne Verpackungen“

Peter Umundum (Österreichische Post AG) und Franz Staberhofer (FH Oberösterreich) © Österreichische Post AG
Peter Umundum (Österreichische Post AG) und Franz Staberhofer (FH Oberösterreich) © Österreichische Post AG

Während der Corona-Pandemie hat der Online-Handel einen kräftigen Schub bekommen. Da die Geschäfte geschlossen waren, bestellten die Menschen einfach online von zuhause aus. Für die Österreichische Post bedeutete das wiederum: Mehr Bestellungen, mehr Lieferungen, mehr Verpackungen. Allein im Jahr 2020 lieferte die Post in Österreich den eigenen Angaben nach 165 Millionen Pakete aus. Mit dem Paketaufkommen steigt jedoch gleichzeitig die Menge an Abfällen, was in puncto Nachhaltigkeit und Umwelt ein Problem darstellt.

Aus diesem Grund forscht die Post seit vergangenem Jahr mit der FH Oberösterreich an Lösungen, um Pakete in wiederverwendbaren und nachhaltigen Verpackungen zu versenden. Wie von der Österreichischen Post am Mittwoch angekündigt, soll nun von Februar bis Juli 2022 das Pilotprojekt „Grüne Verpackung“ laufen. Zu den teilnehmenden Handelsunternehmen gehören die Drogeriekette dm, Intersport, Tchibo, Thalia und der Online-Shop Weinwelt (Interspar).

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Vier Verpackungstypen werden getestet

Im Rahmen der Testphase versenden die teilnehmenden Handelsunternehmen ihre Waren nicht in den gewöhnlichen Verpackungen, sondern in speziellen, wiederverwendbaren Verpackungen. Vier Verpackungstypen wurden von der FH Oberösterreich und den Projektbeteiligten ausgewählt. Sie sollen im Gegensatz zu gängigen Verpackungen in verschiedenen Zyklen mehrmals wiederverwendet werden. Die sogenannten „Re-Zip Boxen“ bestehen aus Karton und haben den Entwickler:innen zufolge eine Lebensdauer von fünf bis 10 Wiederverwendungszyklen, die „Re-Zip Bags“ bestehen aus beschichtetem Holzfaserstoff und sollen 10-30 Zyklen überstehen. Diese seien optimal für Textilien, zudem werde dadurch Plastik vermieden. Eine weitaus längere Lebensdauer sollen die „Packoorang Bags“ (50-100 Zyklen) und die „Returnity Weinboxen“ (100-125 Zyklen) haben, die jeweils aus recyceltem PET bestehen, so die offiziellen Angaben.

Personen, die ein Paket in einer der Verpackungen erhalten, falten die Verpackungen dann gemäß einer beiliegenden Anleitung und retournieren diese über Briefkästen, Poststellen oder Selbstbedienungsschaltern an die Handelsunternehmen. Von diesen werden die Verpackungen gereinigt, bevor sie erneut in den Versand gehen.

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FH Oberösterreich prüft auch während Testphase

Je nach Typ kann eine Verpackung auf diesem Weg mehrmals wiederverwendet werden, im Falle der Weinboxen demnach bis zu 125 Mal. Für das Klima ist das prinzipiell eine gute Sache: In einer Vorstudie kam die FH Oberösterreich zu dem Schluss, dass durch den Mehrwegzyklus bei Verpackungen die meisten Emissionen eingespart werden können. Laut Pressemitteilung werde bereits nach wenigen Zyklen der ökologische Break-even-Point im Vergleich zum herkömmlichen Einwegkarton erreicht, da die Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen oder recyceltem PET bestehen. Ob die neuen Verpackungen wiederaufbereitet oder entsorgt werden, sobald deren reguläre Lebensdauer erschöpft ist, bleibt bisher jedoch unklar.

Die Forschenden werden das Pilotprojekt in der Testphase laut Angaben der Post zumindest weiter auf ökologische Kriterien prüfen. Derzeit arbeiten die Projektverantwortlichen der FH Oberösterreich am Innovationszentrum „Logistikum.Retail“ noch an der operativen Planung der Testphase. Dazu gehört etwa der Beschaffungsprozess für die Verpackungen oder die Schulung von Mitarbeiter:innen in der Kommssionierung. Ist dieser Projektabschnitt abgeschlossen, werden die Mehrwegverpackungen dann ab Februar 2022 getestet.

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