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Normative: Schwedisches CO2-Tracker-Startup macht Unternehmen ihren eigenen CO2-Abdruck deutlich

Normative CEO Kristian Rönn
Kristian Rönn, CEO von Normative © Normative

Kurz vor der Klimakonferenz COP26 steigt der Druck auf Unternehmen jeglicher Größe, ihre Emissionen nachhaltig und effektiv zu reduzieren. Der jüngste Bericht des IPCC zeigte die Dringlichkeit zu Handeln wieder einmal auf. Ein großer Teil der weltweiten Kohlenstoffemissionen wird von Unternehmen versursacht, bisher waren sie aber nicht in der  Lage, ihre Emissionen ordnungsgemäß zu verfolgen und zu reduzieren. Doch Unternehmen stehen oft vor dem Problem, ihre Emissionen zu erfassen. Der Prozess ist oft uneinheitlich, teuer und personalintensiv.

Mittlerweile haben sich diesem Problem einige Unternehmen angenommen. Das schwedisches Normative ist eines davon. Das Startup hilft Unternehmen dabei, ihren ökologischen Fußabdruck zu berechnen und bietet Anleitungen, diesen entsprechend zu reduzieren. So erhalten Firmen einen Einblick, wie sie zu einer Netto-Nullbilanz gelangen können. Laut eigenen Angaben verwendet das Startup eine Emissionsdatenbank, um Emissionen wissenschaftlich genau zu berechnen.

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Das Startup wurde 2014 von CEO Kristian Rönn in Stockholm gegründet. Zuvor hatte er an der Universität von Oxford gearbeitet und dort die Auswirkungen der Klimakrise auf das Leben der Menschen simuliert. Dort wurde ihm bewusst, wie stark die Erderhitzung menschliches Leid verursache. Er entschied sich, die akademische Laufbahn hinter sich zu lassen und setzte sich zum Ziel, Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten. „Wenn wir die globale Erwärmung schnell genug verlangsamen wollen, um die Welt zu schützen, müssen wir damit beginnen, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, damit Märkte, Mitarbeiter:innen, Verbraucher:innen und Regulierungsbehörden die Unternehmen für ihre tatsächlichen Emissionen zur Rechenschaft ziehen können“, sagte Rönn.

Investoren fördern Normative mit 10 Mio. Euro

Viele Kund:innen nutzen den Dienst bereits, Normative arbeitet zudem mit großen Organisationen wie den Vereinten Nationen zusammen. Das Startup weckt mittlerweile auch das Interesse von Investor:innen. Am Mittwoch kündigte CEO Rönn an, dass das Unternehmen zehn Millionen Euro an Förderungen aus Europas größtem Klimatechnologie-Fond erhält. Finanziert wird Normative dabei durch die Risikokapitalgesellschaft 2150, die in Technologieunternehmen investiert, und die Investmentfirma ETF Partners, die den Environmental Technologies Fund verwaltet, einen Risikokapitalfonds, der sich auf wirkungsvolle Innovationen konzentriert.

Laut Jacob Bro, Partner und Mitbegründer von 2150, würden Millionen von Unternehmen erkennen, dass die Messung, Berichterstattung und Verwaltung ihres CO2-Fußabdrucks eine Notwendigkeit ist, um wettbewerbsfähig und konform zu bleiben. Gemeinsam mit Normative wolle man einen Paradigmenwechsel in Wirtschaft und Finanzen anführen.

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Kurz vor COP 26: Die Zeit drängt

Normative-CEO Rönn betonte, dass Unternehmen jetzt die historische Chance ergreifen müssen, ihren Kohlenstoff-Fußabdruck zu messen und Maßnahmen zu ergreifen, um ihn zu reduzieren. „Im Vorfeld der COP26 ist es an der Zeit, dass alle und insbesondere die Unternehmen mutig sind. Wir befinden uns in einem Klimanotstand und müssen handeln, wirklich handeln.“ Die Unternehmen müssten pragmatisch sein und erkennen, dass es sinnvoll ist, Emissionen aus ihren Betrieben und Lieferketten zu beseitigen.

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