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Maritimes Leben

NASA entwickelt Videospiel, um Meeresboden-Satellitenbilder von Gamern auswerten zu lassen

©ashley satanosky /unsplash
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Wälder gelten gemeinhin als die Lunge der Erde, aber tatsächlich sind weitaus weniger effektiv als eine ganz andere Pflanze. Tief unter dem Meer, für die meisten Menschen versteckt und unerkannt, ist das Seegras der viel bedeutendere CO2-Speicher. Als Faustformel gilt: Ein Hektar Seegras kann so viel CO2 aufnehmen wie 10 Hektar Wald. Neben den Seegraswiesen sind intakte Korallenriffe unerlässlich für das marine Leben. Mehr als viertel aller marinen Organismen sollen laut Forschern in Korallenriffen leben. Damit ist jedes Korallenriff ein eigenes Ökosystem. Um überwachen zu können, wie sich diese vom Klimawandel stark bedrohten Lebensräume entwickeln, ist eine entsprechend genaue Standortverzeichnung notwendig. Diese soll nun durch die Menschen weltweit spielerisch erfolgen, so der Plan der amerikanischen Behörde NASA. Mittels einem Onlinegame sollen die Spieler weltweit Satellitenbilder der Behörde kartieren.

NeMO-Net beruht auf realen Satellitenbildern

Das Spiel nennt sich NeMO-Net. In diesem begeben sich die Gamer auf eine virtuelle Ozeanforschungexpedition und identifizieren 3D-Bilder der Unterwasserwelt. Gesammelt wurden diese Bilder zuvor von der NASA. Den Angaben der Behörde nach, wurden diese mit so genanten „Fluid-Lensing“-Kameras, welche auf Drohen oder Flugzeugen montiert waren, in der Südsee beispielsweise bei Puerto Rico, Guam und Amerikanisch-Samoa aufgenommen. Mit denen am Ames Research Center der NASA im kalifornischen Silicon Valley entwickelten Kameras, werden optische Verzerrungen, welche durch das Wasser entstehen, rückgängig gemacht. So war es möglich, 3D-Bilder von Korallenriffen, Seegraswiesen oder Algen aufzunehmen.

30% der Land-und Meeresfläche sollen bis 2030 unter Schutz stehen

Im Game NeMO-Net werden den Spielern echte Daten der NASA zur Verfügung gestellt und sie müssen auf den Bildern markieren, wo sich die verschiednen Arten der Korallen auf diesen befinden. Dabei soll es möglich sein, sich Abzeichen zu verdienen, den Feldführer des Spiels zu lesen und Lehrvideos über das Leben am Meeresboden einzusehen. Der leitende Forscher Ved Chirayath bei Ames: „NeMO-Net nutzt die mächtigste Kraft auf diesem Planeten: keine ausgefallene Kamera oder einen Supercomputer, sondern Menschen. Jeder, sogar ein Erstklässler, kann dieses Spiel spielen und die Daten sortieren, um uns zu helfen, eine der schönsten Lebensformen, die wir kennen, zu kartieren.“

Spieler trainieren künstliche Intelligenz

Ganz ohne Supercomputer arbeitet aber auch NeMO-Net nicht. So wird den Angaben der NASA zufolge durch die Spieleraktionen  der NASA-Supercomputer Pleiades in Ames trainiert. Durch die manuellen Korallenklassifizierungen der Spieler soll der Computer mittels künstlicher Intelligenz selbstständig das klassifizieren der Meeresorganismen erlernen. In weiterer Folge soll dieser dann eingesetzt werden, um auch Korallen auf Bildern zu identifizieren, welche mit weniger leistungsfähigen Instrumenten aufgenommen worden. Das Ziel der Wissenschaftler ist es, eine genaue Karte über Korallenriffe weltweit auszuarbeiten. So sollen die Veränderungen, welche durch die Folgen des Klimawandels passieren, besser verstanden und in weiterer Folge aufgehalten werden können.

Das Spiel selber ist bisher nur für Apple Produkte erhältlich. Eine Version für Android-Systeme sei den aktuellen Informationen nach bereits in Arbeit.

 

 

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