Tech & Nature

Emissionsreduzierung

Microsoft entwickelt Cloud-Solution zum Erkennen von CO2-Bilanz

Microsoft © ClearCutLtd on Pixabay
Microsoft © ClearCutLtd on Pixabay

Im vergangenen Jahr hat der Tech-Gigant Microsoft eine umfassende Umweltinitiative angekündigt und sich bis 2030 das Ziel gesteckt, komplett klimaneutral zu werden. Bis 2050 will der Megakonzern nach eigenen Angaben außerdem den gesamten CO2-Ausstoß aus der Atmosphäre zurückholen, den er seit seiner Gründung 1975 verursacht hat (Tech & Nature berichtete). Um das zu erreichen, hat Microsoft jetzt neue Maßnahmen angekündigt. Neben mehr grünem Strom setzt das Unternehmen künftig auf eine nachhaltige Cloud, mit der seine Kund:innen die eigenen Emissionen besser einsehen können sollen. Microsoft hat bei seiner Partnerkonferenz „Inspire“ die „Cloud of Sustainability“ vorgestellt.

Wie Microsoft als erster IT-Konzern „CO2-negativ“ werden will

Microsoft will mehr Transparenz

„Jedes Netto-Null-Szenario, das Wissenschaftler und Politiker durchspielen, hat ein gemeinsames und wesentliches Element: Eine massive Steigerung der Elektrifizierung. Diese geschieht jedoch nur, wenn die Elektronen, die den Strom liefern, aus CO2-freien Energiequellen erzeugt und dann gespeichert und dorthin transportiert werden, wo sie benötigt werden. Leider sind die Stromnetze der Welt nicht dafür gebaut“, erklärt Lucas Joppa, Chief Environmental Officer von Microsoft. Die Infrastruktur sei oft nicht genug ausgebaut, um emissionsfreien Strom überall hinzuliefern. Der Konzern wolle deswegen genauer kontrollieren, wie er seinen Strom kauft und diesen bis 2025 nur noch aus nachhaltigen Quellen gewinnen.

Um auf einen nachhaltigen Betrieb umzuschalten, ist laut Microsoft vor allem Transparenz über die eigenen Emissionen wichtig. Die sogenannte „Cloud for Sustainability“ soll auch anderen Unternehmen helfen, ihre CO2 Bilanz zu erkennen. Die dazu gehörende Software soll Datenquellen in Echtzeit erkennen und sich mit ihnen verbinden können. Dadurch soll sie die CO2-Bilanz von Klimaanagen, Heizungen und auch von der IT erkennen. Gerade der letztere Punkt wäre für mehr Nachhaltigkeit wichtig, denn laut einer Capgemini-Studie von Mai kennen nur sechs Prozent der globalen Firmen die Klimabilanz ihrer IT (Tech & Nature berichtete).

Studie: Nur 6 Prozent der weltweiten Firmen kennen die Klimabilanz ihrer IT

Nicht die erste digitale Lösung für CO2-Bilanz

Die Cloud for Sustainability soll für Unternehmen auch eine Nachhaltigkeits-Scorecard erstellen, mit der sie Fortschritte bei der CO2-Reduzierung offenlegen sollen. Das soll mehr Transparenz bei Nachhaltigkeit ermöglichen. User sollen auch mit der Cloud bestimmte Bereiche in den Fokus legen und so sehen können, ob sie dort ihre Klimaziele erreichen oder nicht. Unklar ist noch, wann genau die neue Cloud-Lösung erscheint. Sie soll aber bald für Microsoft-Kund:innen verfügbar sein. Der Tech-Konzern ist aber nichts das erste Unternehmen, das Kund:innen ihr CO2-Bilanz durch digitale Tools zeigt. Beispielsweise bietet das deutsche Startup Planetly eine ähnliche Lösung an. Aber natürlich verfügt Microsoft durch seine Größe über einen nicht unbedeutenden Hebel. Und am Ende kann nur dann effektiv reduziert werden, wenn die Ausmaße des Problems in Gänze bekannt sind.

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