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WWF-Report

Lebensmittelverschwendung: Bis 02. Mai landen alle Lebensmittel in Österreich rechnerisch im Müll

Gemüse, Regional, Supermarkt, Markt
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Man stelle sich vor, man hätte bisher alle Lebensmittel, welche seit dem ersten Januar 2021 gekauft wurden, direkt in den Abfalleimer entsorgt. Dieses Gedankenexperiment, welches sich zunächst nach reiner Utopie anhört, entspricht in Österreich der Wahrheit. In Österreich werden  im Moment soviel Lebensmittel verschwendet, dass rein rechnerisch alle bis 2. Mai im Jahr 2021 gekauften Lebensmittel im Müll landen. Insgesamt gehen laut dem WWF rund eine Million Tonnen an genießbaren Lebensmitteln jährlich in Österreich entlang der Lieferkette verloren. An diesen enormen Mengen an verschwendeten Lebensmitteln hat auch die Corona-Pandemie ihren Anteil. Das geht zumindest aus einem aktuellen Report des WWF hervor. Die Umweltschutzorganisation fordert nun einen nationalen Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung von der österreichischen Regierung.

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Anstieg von privatem Abfall

Im Folge der Corona-Pandemie waren die Menschen mehr zuhause. Wenig verwunderlich ist es also, dass in den Privathaushalten die Abfallmengen gestiegen sind. Und das deutlich. So wurden laut dem WWF 2020 bis zu 30 Prozent mehr Abfälle in die Biotonne gegeben. Neben Grünresten aus den Gärten, sind das zumeist Lebensmittelabfälle und Zubereitungsreste. Doch nicht nur da waren die Auswirkungen der Pandemie zu spüren. Auch Ernten, welche durch fehlende ausländische Erntehelfer nicht rechtzeitig gepflückt wurde, Lebensmittel-Großpackungen, welche normalerweise von der Gastronomie gebraucht werden oder Obst- und Gemüsebestellungen für selbige, sind im letzten Jahr oft ungenutzt verdorben, so der WWF.

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Regionalist und kürzere Lieferketten gefordert

Für ihren aktuellen Report haben diese mit neun Vertretern der österreichischen Lebensmittel-Lieferkette gesprochen. Diese orteten die aktuellen Probleme in der Industrie auch in zu komplexen Lieferketten, unflexibken Bestell- und Lagersystem, starren Vertriebskanälen und unzureichender Kommunikation zwischen den Partnern. Die Lösung für eine Minimierung der Abfälle sehen diese daher in kürzeren, regionalen Lieferketten und einem ressourcenschonendem Wirtschaften. Die Umweltschutzorganisation WWF sieht dabei auch die österreichische Bundesregierung in der Pflicht, WWF-Programm-Managerin für nachhaltige Ernährung, Olivia Herzog: „Wir können es uns nicht leisten, die Natur und das Klima unnötig zu belasten. Die Bundesregierung muss einen nationalen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung mit verbindlichen Reduktionszielen erarbeiten und ihn gemeinsam mit der Wirtschaft umsetzen.” Bis 2030 fordern sie eine Halbierung der Lebensmittel-Abfälle.

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