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Kuhmilch könnte helfen, CO2 aus der Luft einzufangen

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Die Milchvieh-Wirtschaft verursacht sehr viel CO2 – könnte aber gleichzeitig der Schlüssel zur aktiven Reduktion der CO2-Konzentration in der Luft sein. An „Carbon Capture“, die Abscheidung und Speicherung von CO2 aus der Luft wird seit Jahrzehnten geforscht, bisher kommen die Methoden aber eher im Kleinen zum Einsatz, etwa direkt bei Industrieanlagen oder Kraftwerken, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Mittlerweile gibt es auch erste großindustrielle Ansätze, mit dem erklärten Ziel, den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu senken, noch sind diese aber kaum wirtschaftlich.

Kohlenstoffe aus Milch als CO2-Fänger

Wie Milch hier ins Spiel kommt? Forscher haben Kuhmilch als mögliche Quelle für das „Bindemittel“ identifiziert, das notwendig ist, um CO2 in der Luft „einzufangen“. Bisher kommt zum Beispiel Hydrogencarbonat zum Einsatz, an das sich das CO2 unter bestimmten Bedingungen anlagert. Forscher der Clarkson University haben nun herausgefunden, dass mikroporöse Kohlenstoffe, die aus Kuhmilch gewonnen werden, dafür vielleicht besser geeignet sind. Die Methode hat weitere Vorteile: Durch die Verwendung von überschüssiger Milch, die nicht verkauft werden kann, dämmt sie Lebensmittelverschwendung ein. Und sie ist günstig.

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„Unsere Hauptaufgabe bestand darin, eine kostengünstige ‚grüne‘ Aktivkohle zu entwickeln“, sagt einer der Autoren der Studie, Mario Wriedt. „Milchpulver kann in neuartige Kohlenstoffe mit der richtigen Porosität und Oberflächenchemie umgewandelt werden, um das CO2 zu absorbieren, was eine viel bessere Kontrolle ermöglicht als mit den derzeit für diesen Prozess verwendeten Materialien wie Kokosnussschalen oder Kohle“.

Auch zur Reinigung von Luft und Wasser

Das neue Mittel kann laut den Forschern zur CO2-Abscheidung in Kraftwerken eingesetzt werden, ist aber auch anderwertig verwendbar: um die Luft in Innenräumen zu reinigen oder in der Abwasserreinigung zum Einsatz kommen. Die Forschungsergebnisse wurden in dem Fachmagazin „Advanced Sustainable Systems“ veröffentlicht.

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