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Korneuburg: Bakterien haben 1.100 Tonnen altes Erdöl gefressen

Auf der Tuttendorfer Breite stand einst eine Erdöl-Raffinerie © BALSA
Auf der Tuttendorfer Breite stand einst eine Erdöl-Raffinerie © BALSA

Die „Tuttendorfer Breite“ bei Korneuburg war einst eine große Erdöl-Raffinerie. In den 1970er-Jahren wurde sie abgerissen, zurück blieb jedoch eine massive Verschmutzung von Erdreich und Grundwasser. Seit 2008 arbeitet der Bund daran, das Gebiet zu reinigen und zu sanieren und dabei kommt ein innovatives und kostengünstiges Verfahren erstmals großflächig zum Einsatz: Bakterien, die Erdölrückstände fressen. Die zuständige Bundesaltlasensanierungsgesellschaft BALSA zeigt sich mit den winzigen Helfern zufrieden – seit 2009 haben sie 1.100 Tonnen altes Öl aus dem Boden entfernt, wie die Gesellschaft bekannt gab.

Die Raffinerie ist der Vorgänger jener Anlage, die seit 1961 von der OMV in Schwechat betrieben wird.  In der Raffinerie wurde ab 1927 vor allem Erdöl aus Rumänien verarbeitet – die starke Verunreinigung, die in Boden und Wasser zurückblieb, wird auch auf Kriegsschäden zurückgeführt. In unmittelbarer Umgebung sind Trinkwasserbrunnen unbrauchbar.

20 Millionen Euro für Sanierung

2008 übernahm die BALSA die Sanierung des 18 Hektar großen Areals, die bis heute rund 20 Millionen Euro kostete. Zum Einsatz kommen unterschiedlichste Maßnahmen und Verfahren. Die größte bauliche Maßnahme war eine Umschließung des Geländes mit einer Dichtwand, in der Aktivkohle-Filterfenster das Grundwasser von Schadstoffen befreit. Das auf dem Grundwasser schwimmende Öl wurde über acht Sanierungsbrunnen abgesaugt.

Seit Ende 2009 setzt die BALSA zusätzlich auf Bakterien. Die kommen grundsätzlich ganz natürlich im Boden vor und werden in dem Verfahren mit Nährstoffen und Sauerstoff zu einer stärkeren Vermehrung angeregt. „Durch den natürlichen Stoffwechsel der Mikroorganismen werden die Schadstoffe wirkungsvoll und kostengünstig beseitigt“, sagt BALSA-Geschäftsführer Michael Zorzi. Das Geländer wird bereits während der Sanierung wieder genutzt. Laut BALSA sind neben „großzügigen Grünflächen“, mittlerweile auch ein Einkaufszentrum, ein Saatgutwerk, Bürogebäude, Parkhäuser und Lagerhallen errichtet worden.

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