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Weniger Einweg-Plastik

Kölner Mehrweg-Startup Vytal schafft Markteintritt in Wiens Gastronomie

Die Gründer von Vytal © Vytal
Die Gründer von Vytal © Vytal

Ende April kündigte Österreichs Klimaministerin Leonore Gewessler ( Die Grünen ) verpflichtende Mehrwegquoten für den Handel an. Gelten sollen diese ab 2024 ( Tech & Nature berichtete). Im Zuge dessen wurde auch immer wieder ein verpflichtendes Pfandsystem für Flaschen und Dosen hierzulande diskutiert. Ein verbindliches Einführungsdatum gibt es dafür aber bisher nicht. Ein Grund dafür sind auch immer wieder Diskussionen über den Erfolg eines solchen Systems. Das Mehrweg-Startup Vytal hat den eigenen Aussagen nach ein Mehrweg-System entwickelt, welches effektiver sein soll, als das bekannte Pfandsystem. Seit ihrer Gründung im Juni 2019 konnten sie davon bereits mehr als 1.200 Restaurants, Kantinen und Supermärkte in Deutschland und Österreich überzeugen, so das Startup.

Rückgabequote von 99 Prozent

Vytal hat eine Serie aus recycelbaren Kunststoffbehältern für Essen geschaffen und ein Rückgabesystem ohne Pfand dafür entwickelt. Das funktioniert so: Kunden registrieren sich in der Vytal-App oder kaufen eine VYTAL Mitgliedskarte und werden über einen QR-Code mit dem Vytal-Geschirr teilnehmender Betriebe wie Kantinen, Supermärkte oder Lieferdienste verbunden. Mittels „Gamification“ regt die App dann ganz ohne Pfand dazu an, das Geschirr wiederzuverwenden bzw. bei den Partnerbetrieben oder teilnehmenden Arbeitgebern zurückzugeben. Erst nach 14 Tagen wird eine Gebühr von 10 Euro pro Schale eingehoben. Damit erreicht Vytal nach eigenen Angaben, dass das Geschirr schneller und öfter zurückgegeben wird: Die Rückgabequote beträgt demnach 99 Prozent und die Leihdauer sei im Durchschnitt geringer als drei Tage.

Vytal: Mehrweg ohne Pfand für To-Go und Essenslieferungen

Mehr Restaurants in Österreich geplant

13 Restaurants in Wien arbeiten inzwischen mit dem Jungunternehmern zusammen. Bei diesen Restaurants soll es aber laut der Gründer nicht bleiben. Mitbegründer Tim Breker:“ Im Moment liegt unser Fokus klar auf Wien. Von da aus wollen wir das Angebot dann ausweiten.“ Außerhalb der Landeshauptstadt ist bisher das Salzburger FIT.smartfood Partner und das Wirtshaus Post in St. Johann. Sie seien aber bereits im Gespräch mit Restaurants in Graz und Innsbruck, so Breker.

Neben den Restaurant-Kooperationen arbeitet das Startup auch mit Lieferservice-Anbietern zusammen. So können über den Liefercode bei Restaurants, welche bei Lieferando und Wolt gelistet sind, auch das Vytal-Mehrweggeschirr geordert werden. Auch mit Mjam sei man bereits über eine Ausweitung auf den österreichischen Markt im Gespräch, so das Startup. Weiterhin konnte das Startup auch einige Supermärkte als Partner gewinnen. In Österreich sollen die Mehrwegbehälter von Vytal ab Juli 2021 in allen Billa-Märkten erhältlich sein. In Tirol seien sie hingegen bereits in einigen Baguette Filialen von MPreis vertreten.

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