Forstwirtschaft

Klimasimulationen zeigen Österreichs Wald der Zukunft

Große Waldgebiete dominieren Österreichs Landschaftsbild ©ÖBf-Archiv/Franz Pritz

Fichten soweit das Auge reicht – ganze 54,9 Prozent des österreichischen Waldbestandes besteht aus dem immergrünen Nadelbaum. Damit sind sie ein Beispiel für die jahrhundertelange Monokultur in der Forstwirtschaft. Trockenperioden, heftige Stürme und in Vielzahl vorkommende Schädlinge schwächen allerdings den Baum und somit Österreichs Wälder. Deshalb haben die österreichischen Bundesforste in ihrem Projekt “Wald der Zukunft” Lösungen für einen nachhaltigen und an die sich wandelnden Bedingungen angepassten Wald gesucht. Für ihre bewirtschafteten Wälder haben sie zukünftige Klimaszenarien simuliert und die Waldentwicklung bis 2100 angepasst. In Regionen wie dem Waldviertel, die schon heute unter den Folgen des Klimawandels leiden, werden sich die Wälder demnach komplett verändern. 

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Österreichs Wälder im Wandel

Die Simulationen haben gezeigt, dass sich der Klimawandel abhängig von der Region ganz unterschiedlich auf die Wälder auswirken wird. Grundsätzlich wird sich durch die steigenden Temperaturen die Baumgrenze weiter nach oben verschieben. Der Bestand der Fichte wird deutlich abnehmen, da sie weder mit Trockenperioden noch mit Stürmen zurecht kommt. Trotzdem wird sie nach heutigen Erkenntnissen Österreichs meist verbreitete Baumart bleiben – nun an anderen Standorten. Erhöhen wird sich der Anteil der Lärchen und Tannen, welche beide deutlich sturm-stabiler sind und auch mit Trockenperioden besser zurecht kommen. Die Rotbuche als Österreichs häufigster Laubbaum wird weiter nach oben wandern und durch die wärmeren Temperaturen bis auf 1500 Meter Seehöhe zu finden sein. Auch der Anteil von Eiche, Ahorn und Zirbe wird steigen und so die Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt erhöhen. So ist der Wald der Zukunft gegen Naturgefahren, Klimawandel und Schädlingen deutlich besser gewappnet. 

Trockenperioden und starke Stürme bedrohen das Ökosystem Wald ©ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger
Trockenperioden und starke Stürme bedrohen das Ökosystem Wald ©ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger

Forstwirtschaft für die Zukunft

Die Österreichischen Bundesforste (Öbf AG) bewirtschaften 15% der heimischen Wälder und sind nach eigenen Angaben Österreichs größter Naturraumbetreuer. 120 Jahre und mehr braucht ein Baum bis er im Schnitt erntereif ist. Daher müssen die Wälder schon heute auf die sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden. Für alle 120 Forstreviere der Öbf AG hat das Unternehmen individuelle Zukunftskonzepte bis 2050/2100 entwickelt, welche bereits umgesetzt werden. Wie so etwas aussieht, können sich Interessierte in Hinterbrühl im Wienerwald anschauen. Als ein Erfolgsbeispiel gedeihen hier bereits unterschiedliche Baumarten von Saatling bis alter Baum nebeneinander und das Waldstück weist so eine hohe Biodiversität auf. Auch die österreichische Bundesregierung hat die Dringlichkeit der Wäldersanierung erkannt. Anfang Juli 2020 wurde im Nationalrat ein 350 Millionen schwerer Waldfond zur Unterstützung der heimischen Wälder beschlossen.

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