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Climate Transparency Report

Klimaschutz: Ökostromanteil steigt, aber trotzdem zu wenig Fortschritt der G20-Staaten

© Waldemar Brandt / Unsplash
© Waldemar Brandt / Unsplash

2020 sind weltweit die Emissionen gesunken. Dieser Entwicklung ging allerdings nicht eine tatsächliche Verbesserung der Klimaschutzmaßnahmen voraus, sondern sie war eine Folge des Corona-bedingten Stillstandes. Bereits heuer im März zeigten aktuellen Zahlen der International Energy Agency (IEA), dass dies nur eine kurze Verschnaufpause war. Denn im Dezember 2020 war das Level der CO2-Emissionen bereits wieder über dem Niveau vom Dezember 2019 – und zwar ziemlich genau um zwei Prozent, wir berichteten.

Heute nun wurde aktuell der Climate Transparency Report veröffentlicht. Dieser wird seit sieben Jahren jährlich von der internationalen Partnerschaft  „Climate Transparency“, zu der Expert:innen von 16 Forschungsorganisationen und NGOs aus 14 G20-Ländern gehören, veröffentlicht. In diesem werden die Klimamaßnahmen der G20-Länder und ihr Übergang zu einer Null-Emissions-Wirtschaft anhand von Berichten unter anderem von Datensätzen der OECD, der Weltbank, Climate Action Tracker und der IEA analysiert und verglichen. Dabei zeigt sich in dem aktuellen Bericht: Bisher sind die Fortschritte der G20 Länder für mehr Klimaschutz deutlich zu klein, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen.

Globale CO2-Emissionen sind wieder dort, wo sie vor der COVID-Krise waren

Großer Rebound-Effekt-Effekt

Während die Wahrscheinlichkeit, dass die CO2-Emissionen dauerhaft sinken könnten, bereits letztes Jahr kaum bestand, ist sie jetzt widerlegt. So steigen dem Bericht zufolge die Emissionen in allen Industriestaaten überall an. So wird für 2021 ein Anstieg der CO2-Emissionen in der gesamten G20 um 4 Prozent prognostiziert, so die aktuellen Angaben. Außerdem wurde nur ein Bruchteil der Corona-Wiederaufbauhilfen, nämlich 300 Milliarden von 1,8 Billionen US-Dollar, bisher in nachhaltige Bereiche investiert, so die Ergebnisse des aktuellen Berichts. Jan Burck von Germanwatch, einer der Autoren des Reports: “Der sogenannte Rebound-Effekt – das Wieder-Hochschnellen der Emissionen nach einem deutlichen Rückgang in der Corona-Krise – fällt sehr groß aus. Wenn die G20-Staaten jetzt nicht sehr zügig gegensteuern und Maßnahmen umsetzen, die deutliche Emissionsminderungen noch vor 2030 erreichen, droht das 1,5 Grad-Limit unerreichbar zu werden.”

30 Prozent Ökostromanteil bis Ende des Jahres

Bisher würden dem Bericht zufolge die Klimaziele keines Landes reichen, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen. So würde es selbst bei Umsetzung der bei bis April 2021 bei der UN eingereichten aktualisierten Klimapläne immer noch zu einer Erwärmung von 2,4 Grad bis Ende des Jahrhunderts kommen, so die Ergebnisse des Berichts. Und das obwohl der Anteil der Wind- und Solarenergie in den G20-Ländern rasch zunimmt, wie der Bericht ebenfalls zeigt. Diese positive Entwicklung steht allerdings im Moment ein Anstieg des Verbrauches von Kohle, insbesondere in China, und Erdgas gegenüber. So wird erwartet, dass der Ökostrom-Anteil in den G20-Staaten Ende dieses Jahres etwa 30 Prozent erreicht. Gleichzeitig wächst jedoch auch die Kohlenutzung, geschätzt um fünf Prozent, während der Erdgasverbrauch bereits zwischen 2015 und 2020 um zwölf Prozent gestiegen ist.

Österreich darf nur noch 700 Mio. Tonnen CO2 verursachen

Insbesondere in Russland und Saudi-Arabien könnte der Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2030 deutlich steigen, so die Forschenden. Auch Argentinien, China, Indien und Indonesien werden als Negativ-Beispiele genannt, in denen die Emissionen das Vorkriseniveau von 2019 übersteigen zu drohen. Positiv erwähnen die Expert:innen hingegen Großbritannien. So gehören die Klimaschutzmaßnahmen des Landes in den verschiedenen Sektoren in fünf von neun Bereichen zu den Besten innerhalb der G20 Länder.

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