Studie

Klimakrise kostet Österreich heuer 15 Milliarden Euro

Kraftwerk, Kohle, CO2, Treibhausgase, Smog
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15 Milliarden Euro kostet es Österreich 2020, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. Das hat das Grazer Wegener Center in einer Studie berechnet. Durch den Import fossiler Energieträger entstehen 8 Milliarden Euro an Wertschöpfungsverlusten, 4 Milliarden Euro verliert Österreich durch umweltschädliche Subventionen, 2 Milliarden durch Unwetter und Schädlinge und 1 Milliarde Euro kostet Österreich die Anpassung an den Klimawandel. Bis 2050 könnten die Gesamtkosten auf 20 Milliarden Euro anwachsen.

Ein Vergleich mit einer ähnlichen Wegener-Center-Studie von vor fünf Jahren zeigt, wie schnell diese Kosten steigen: Alleine die Kosten für Unwetterschäden hätten vor fünf Jahren noch bei der Hälfte, also 1 Milliarde Euro gelegen. Der leitende Studienautor und Klimaökonom Karl Steininger betonte im Zuge der Studienpräsentation die Notwendigkeit von CO2-Steuer und einer ökosozialen Steuerreform.

Aus für „umweltschädliche Subventionen“

Eine entsprechende Steuerreform stellte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler erneut in Aussicht – Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder Global 2000 kritisieren jedoch, dass sie zu spät komme und vorgezogen werden müsse. Die Reform ist laut Gewessler für 2021 geplant und dann sollen auch umweltschädliche Subventionen fallen, die in der Rechnung der Grazer Forscher den zweitgrößten Posten ausmachen. Für den größten Posten, den Import fossiler Energieträger, geht noch diesen Sommer das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) in Begutachtung und im Bereich Mobilität wird in Forschung und Infrastruktur investiert.

Forscher sehen Coronavirus-Krise als Chance

In der Studie betonen die Forscher auch die Coronaviruskrise als Chance, Klimaschutz-Maßnahmen durchzusetzen: „Die Covid-19-Krise schafft eine einzigartige Chance, staatliche Politik zugunsten nachhaltig gesunder und klimagerechter Strukturen zu setzen, zu geringeren finanziellen, sozialen und politischen Kosten, als das sonst wohl je möglich gewesen wäre. Fossile Energie-Preise auf einem Niedrigst-Niveau erleichtern den Abbau umweltschädlicher Subventionen wie auch eine nun frühere Einführung der geplanten CO2-Bepreisung“, heißt es da.

Hier geht es zur vollständigen COIN-Studie

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