Temperatur

Klimakrise: 2020 wird wohl das bisher heißeste Jahr für Europa

Wärme: angenehm. Hitze: weniger. © Unsplash
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Die Coronakrise mag dafür gesorgt haben, dass in den meisten Regionen vorübergehend weniger CO2 verursacht wird. Eine Pause für die Erderhitzung bedeutet sie jedenfalls nicht. 2020 dürfte vor allem für Europa ein Rekordjahr werden: Laut der Weltwetterorganisation WMO war es seit Beginn der Aufzeichnungen in den ersten zehn Monaten eines Jahres in Europa nie heißer als heuer. Weltweit könnte 2020 nach vorläufigen Analysen der Durchschnittstemperatur eines der wärmsten drei Jahre seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden.

Weltweit lag die Durchschnittstemperatur von Jänner bis Oktober 2020 zwischen 1,11 und 1,23 Grad Celsius über den Durchschnittswerten der Jahre 1850 bis 1900. Bisher gilt 2016 als Rekordjahr, als die Durchschnittstemperatur 1,2 Grad über diesem vorindustriellen Niveau lag. Der endgültige Bericht für das Jahr 2020 wird laut WMO im März 2021 veröffentlicht – derzeit liegt ein vorläufiger Report vor.

Forscher: Klimakrise eindeutig schuld an Hitzewelle in Sibirien

Besonders warm war es heuer in Sibirien, meldet die WMO – dort sei die Durchschnittstemperatur bis Oktober mehr als 5 Grad wärmer gewesen als der Schnitt von 1981 bis 2010. Während es neben Europa auch in weiten Teilen der USA und in Zentralamerika sehr warm war, gab es auch Weltregionen, in denen die Durchschnittstemperatur sank – etwa in Kanada, Südostaustralien, Teilen Brasiliens und Nordindien.

Hitzewellen in den Weltmeeren

Weltweit betrachtet ist der Meeresspiegel heuer etwas weniger stark gestiegen als im Durchschnitt. Das führen die Experten auf das Wetterphänomen La Niña zurück – dieses tritt nur alle paar Jahre auf und sorgt unter anderem dafür, dass in tropischen Flussgebieten mehr Regen fällt als über dem Meer. Dadurch würde der Meeresspiegel weltweit betrachtet leicht gesenkt. Nichtsdestotrotz steigt der Meeresspiegel seit 1993 kontinuierlich und zwar im Schnitt um 3,3 Millimeter jährlich. Mehr als 80 Prozent der Weltmeeresmasse erlebte 2020 bereits eine Hitzewelle mit fatalen Auswirkungen auf das Leben unter Wasser.

Trotz kühlendem Wetterphänomen

„Die bisherigen Rekordwärmejahre fielen meist mit einem starken El-Niño-Ereignis zusammen, wie es 2016 der Fall war. Jetzt erleben wir einen La Niña, der eine abkühlende Wirkung auf die globalen Temperaturen hat, aber nicht ausreichte, um die Hitze dieses Jahres zu bremsen. Trotz der aktuellen La-Niña-Bedingungen hat dieses Jahr bereits jetzt eine nahezu rekordverdächtige Hitze gezeigt, die mit dem bisherigen Rekord von 2016 vergleichbar ist“, sagt WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

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