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John Kerry: Ein Blick auf den zukünftigen “Klima Zar” der USA

John Kerry © US State Dept Image
John Kerry © US State Dept Image

Die letzten vier Jahre waren nicht die Besten für den Umweltschutz in den USA, doch nach den Ankündigungen des zukünftigen US-Präsidenten Joe Biden, soll sich das ab Januar 2021 wieder ändern. Ende November gab er nun bekannt, dass der ehemalige Außenminister von Barack Obama, John Kerry, Amerikas erster Sondergesandter für Klimafragen wird. Damit wird Kerry dem Nationalen Sicherheitsrat angehören. Die Erschaffung des Postens ist ein Signal für die Dringlichkeit des Klimaschutzes in den Augen Bidens. Mit der Ernennung Kerrys setzt der zukünftige US-Präsident dabei auf einen Veteranen im Kampf gegen den Klimawandel. Seit mehr als 20 Jahren ist John Kerry Amerikas bekanntester Klima-Politiker.

USA: Das sind die ambitionierten Klimaschutz-Pläne von Joe Biden

Teilnahme an der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro

Zunächst startete Kerry, dessen Großvater aus dem ehemaligen Österreichisch-Schlesien stammt, seine berufliche Karriere als Staatsanwalt und meldete sich noch während seiner Studienzeit freiwillig für einen Einsatz im Vietnamkrieg. Ab 1985 war er als Senator für Massachusetts tätig. Als Senator reiste er 1992 auch zur UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (UN-Erdgipfel) als Part der US-Delegation mit. Dieser UN-Gipfel war der Beginn für CO2-Begrenzungsverhandlungen auf UN-Ebene und Geburtsort der Klima-Rahmenkonvention. 

2004 kandidierte Kelly für das Amt des US-Präsidenten, unterlag dann aber Georg W. Bush mit 48% zu 51% der Stimmen. 

Neun Jahre später war maßgeblich bei einer der entscheidendsten politischen Entwicklungen im Kampf gegen den Klimawandel beteiligt. 2015 wirkte er an der Ausgestaltung des Pariser Klimaabkommens mit und unterschrieb 2016 die Vereinbarung im Namen der USA. Einen Tag nach der US-Wahl 2020 sind die USA offiziell aus eben diesem ausgestiegen. Biden versprach schon in seinem Wahlkampf, bereits am ersten Tag seiner Amtseinführung wieder den Antrag für einen Weg zurück in das Pariser Klimaabkommen stellen zu wollen. Mit der Ernennung Kellys zum Klimabeauftragten überträgt er die nun dafür nötigen Aufgaben auf ihn. 

Wie die USA ins Pariser Klimaabkommen zurück könnten

Gründung von “World War Zero”

Nach der Amtsübernahme von Donald Trump 2016, war John Kerry kein Mitglied mehr der obersten politischen Liga der Vereinigten Staaten. Während die Trump-Regierung ein Umweltschutzgesetz nach dem anderen schwächte oder ausser Kraft setzte, gründete Kelly 2019 die Klimakoalition “World War Zero”. Nach einem knappen Jahr zählt die Koalition mehr als 17.000 Mitglieder, unter anderem  Leonardo DiCaprio, Arnold Schwarzenegger und Ashton Kutcher zählen zu den prominentesten Vertretern. Gemeinsam wollen sie den Kampf gegen den Klimawandel durch die Mobilisierung der Menschen und dem Aufzeigen von Lösungswegen vorantreiben. 

Viele Herausforderungen im ersten Jahr

Das erste Amtsjahr wird nicht leicht für John Kerry. Auf Twitter gab er bekannt, dass er die USA wieder auf Kurs im Bereich Klimaschutz bringen möchte und die größte Herausforderung der jetzigen und folgenden Generation anpacken möchte. Wie stark sein Durchsetzungsvermögen tatsächlich sein wird, hängt von den Stichwahlen im Januar in Georgia um die Mehrheit der Stimmen im Senat ab. Bisher halten die Republikaner diese. 

Joe Biden hat einen globalen Klimagipfel während der ersten 100 Tage seiner Amtszeit angekündigt. Die Organisation von diesem wird dann John Kellys erste Feuerprobe als “Klima Zar” der USA.

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