Aufgespießt

John Döner will den ersten Bio-Döner Wiens anbieten

Bio-Döner-Kebap von John Döner © John Döner
Bio-Döner-Kebab von John Döner © John Döner

Döner Kebab zählt in ganz Europa zum beliebtesten Fast Food. Zumindest, solange man sich nicht näher mit der Produktion beschäftigt. Das Billigfleisch wird meist in Osteuropa gewürzt und aufgespießt, oft ist die genaue Herkunft kaum nachvollziehbar. Und in den Läden mangelt es oft an Hygiene mit dem Ergebnis, dass Konsumentenschützer unlängst in zahlreichen Proben sogar Fäkalkeime fanden. „Wir haben immer seltener Döner gegessen, je mehr wir uns damit beschäftigt haben“, sagt Manuel Aibler, einer der Gründer von John Döner. Gemeinsam mit Christoph Speiser will er einen Bio-Döner anbieten, an dem alles besser ist.

Christoph Speiser und Manuel Aibler haben John Döner gegründet © John Döner
Christoph Speiser (re.) und Manuel Aibler haben John Döner gegründet © John Döner

Fleisch aus Österreich

Das Fleisch für „John Döner“ kommt aus Österreich. Den Hauptlieferanten, WECH aus Kärnten, kennen Speiser und Aibler bereits aus ihrer Zeit bei dem Handelskonzern Rewe, der von WECH die Bio-Eigenmarke Ja Natürlich beliefern lässt. Wenn das gerade erst gegründete Jungunternehmen die Mindestbestellmenge dort nicht erreicht, dann greifen die Gründer auf den niederösterreichischen Betrieb Höllerschmid zurück.

Gewürz-Massage ohne Zusatzstoffe

Aibler erklärt, dass bei Döner-Spießen häufig auch „Füllmaterial“ wie faschierte Fleischreste verwendet werde. Für die Bio-Spieße soll es ausschließlich Keulenfleisch sein. Die werden von John Döner in einer Fleischerei im 16. Bezirk in Wien „leicht geplättet“, dann in einem „Tumbler“ mit einer selbst kreirten Gewürzmischung ohne Geschmacksverstärker „massiert“ und anschließend per Hand auf den Spieß gesteckt. Ein Prozedere von etwa zwei Stunden.

Zwei bis drei Döner auf einmal essen

Ob man bei einem stark gewürzten Fast Food wie Döner überhaupt einen Unterschied schmeckt? Die Gründer sind sich sicher: „Unserer schmeckt mehr nach Fleisch“, sagt Speiser. In der Gewürzmischung ist kein Phosphat, keine Geschmacksverstärker. Und auch das Brot ist besonders: „Wir verwenden Brot von Joseph Brot mit einem Erdäpfel-Anteil. Das saugt sich nicht so voll“, meint Aibler. Erste Tests geben ihnen recht: „Wir hatten bisher neun Testevents und manche Leute haben sich sogar zwei bis dreimal nachgenommen“.

Döner-Lockdown

Caterings wie auf diesen Testevents kann man jetzt schon buchen – die beiden Unternehmer wollen aber so schnell wie möglich auch ein eigenes Restaurant aufmachen. Eigentlich wollten sie bereits im Februar einen Mietvertrag unterschreiben, dann kam jedoch der Corona-Lockdown dazwischen. „Auch unsere Catering-Idee hatte sich in Nichts aufgelöst“, erzählen die Gründer. Jetzt schauen sich die beiden wieder nach einem Lokal um und sie rechnen damit, spätestens im Herbst fündig zu werden. Am liebsten wäre ihnen eine gut frequentierte Seitengasse der Mariahilferstraße. Dort wollen sie dann John Döner in Bio-Qualität zwischen 6,90 Euro und 9,90 Euro verkaufen.

Ziel: Viele Bio-Döner-Filialen

Die beiden Gründer sind überzeugt, dass der Markt für Bio-Döner groß ist. Im gesamten deutschsprachigen Raum gibt es laut John Döner schätzungsweise 20.000 Döner-Läden. „Mit Döner wird mehr Umsatz gemacht als bei Mac Donald’s“, so Aibler. „Der Markt ist so groß, dass wir es einfach versuchen müssen“. Zwei bis drei Geschäfte wollen die Freunde selbst eröffnen und dann auf ein Franchise-Modell umsteigen.

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