Infarm

Indoor-Farming im Supermarkt könnte vor dem Durchbruch stehen

Das deutsche Startup Infarm baut Gemüse und Kräuter in "Brutschränken" an © diephotodesigner.de
Das deutsche Startup Infarm baut Gemüse und Kräuter in "Brutschränken" an © diephotodesigner.de

Werden Salate und Kräuter künftig direkt im Supermarkt oder Restaurant geerntet? In Wahrheit ist das keine Zukunftsfrage, es passiert bereits und es ist ein deutsches Startup, das den Trend treibt: Infarm soll sich nun schon zum zweiten Mal von internationalen Investoren eine Riesensumme Wachstumskapital besorgt haben. 200 Millionen Dollar (rund 178 Mio. Euro), so berichtet die Financial Times, soll die Runde schwer sein – rund 140 Millionen davon seien bereits gezeichnet. Erst vergangenes Jahr sammelte das Startup bei Investoren 88 Millionen Euro ein.

Gegründet wurde Infarm 2013 von Osnaet Michaeli und den Brüdern Erez und Guy Galonska in Berlin. Das Jungunternehmen hat Glasschränke entwickelt, die als Mini-Gewächshäuser in Innenräumen aufgestellt werden können. Dort wachsen Blattgemüse, Salat und Kräuter unter fernüberwachten Optimal-Bedingungen. Ab und zu kommen Infarm-Mitarbeiter für Pflege oder Ernte vorbei.

200.000 Pflanzen in 7 Ländern

„Farming as a Service“ nennt Infarm dieses Prinzip und stellt die Schränke gegen eine Gebühr in Supermarkt-Filialen oder Restaurants. Und das Geschäft läuft: Laut Michaeli betreut das Startup derzeit rund 200.000 Pflanzen pro Monat in Dänemark, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Großbritannien, den USA und der Schweiz – Edeka, Metro oder Amazon Fresh setzen beispielsweise auf Infarm.

Das deutsche Startup Infarm baut Gemüse direkt im Supermarkt an

Fürstenhaus Lichtenstein soll neuer Investor sein

Mit dem frischen Kapital könnte dem Indoor-Farming im Supermarkt der internationale Durchbruch gelingen. Für europäische Verhältnisse ist es eine vergleichsweise große Finanzierungsrunde, die heuer angesichts der Coronakrise das Zeug dazu hat, zu den größten Runden eines europäischen Startups zu zählen. Zu den neuen Investoren soll unter anderem LGT Lighthouse, die Beteiligungsgesellschaft des Fürstenhauses Lichtenstein, gehören. Noch wurde die Finanzierungsrunde von keiner Seite offiziell bestätigt.

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