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Sun Storage 2030

In Oberösterreich soll in ehemaligen Erdgaslagern grüner Wasserstoff gespeichert werden

Hier soll das Lager entstehen ©RAG Austria
Hier soll das Lager entstehen ©RAG Austria

Fallen die Wörter „Erneuerbare Energien“, ist das Wort „Versorgungsunsicherheit“ oft nicht weit. Bis 2040 will Österreich die Klimaneutralität erreicht haben, bis 2030 soll die Stromversorgung bereits aus 100 Prozent erneuerbaren Energien stammen. Um den stetigen Energiefluss auch abseits von Energiespitzen gewährleisten zu können, sind geeignete Speichersysteme eine wichtige Lösung. Daher wird bereits an verschiedenen Modellen und Möglichkeiten geforscht. In Österreich blickt man dabei unter die Erdoberfläche. In ehemaligen unterirdischen  Erdgaslagerstätten soll zukünftig grüner Wasserstoff eingelagert werden.

Underground Sun Storage 2030 heißt das aktuelle Projekt, welches nun zum Ziel hat, reinen Wasserstoff, der zuvor aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt wurde, in den unterirdischen Lagern zu speichern. Das aktuelle Projekt ist dabei schon das dritte seiner Art. In vorausgegangen Projekten konnte bereits ein Wasserstoffanteil von 20 Prozent in den Lagern untergebracht werden. Nun sollen die 100 Prozent geschafft werden, so das Ziel der Projektbeteiligten unter der Leitung der RAG Austria AG.

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Mehr Lager benötigt

Energie aus erneuerbaren Energiequellen wird mittels Wasserelektrolyse direkt vor Ort in Wasserstoff umgewandel und soll dann in den ehemaligen Erdgaslagern gespeichert werden. Die Herausforderungen sieht der Bauleiter des Projektes, Stefan Bauer von der RAG-Austria dabei an verschiedenen Stellen. Zum einen braucht es neben der Einlagerung des Wasserstoffes, auch ein funktionierendes Setting. „Unser primäres Ziel ist natürlich, die saisonale Speicherung von erneuerbarer Energie in Form von Wasserstoff in unterirdischen Erdgaslagerstätten zu demonstrieren und hierbei Betriebserfahrung zu sammeln. Darüber hinaus muss neben der Technologieentwicklung aber auch daran gearbeitet werden, die eigentliche Speicher-Dienstleistung zu entwickeln. Dazu werden techno-ökonomische Untersuchungen gemacht aber auch das gesamte regulatorische Umfeld muss erst entwickelt werden. Hier können w

https://www.techandnature.com/wasserstoff-brennzellen-aus-norwegen-sollen-schifffahrt-gruner-machen/ir natürlich nur mögliche Ansätze aufzeigen“, so Bauer. Eine weitere Hürde stellen zudem die bisherigen Kapazitäten da. Wasserstoff braucht laut dem Bauleiter aufgrund seiner niedrigen volumenbezogenen Energiedichte etwa dreimal so viel Platz wie eine vergleichbare Menge Erdgas. Daher werde es mehr Lager brauchen, um große Mengen Wasserstoff zu speichern.

Um den Energiebedarf Österreichs tatsächlich decken zu können, braucht es aber auf jeden Fall auch grünen Wasserstoff aus dem Ausland, ist sich der Bauleiter sicher. RAG Austria selber arbeitet dafür unter anderem mit den deutschen Energiefirmen Bayerngas, bayernets und Open Grid Europe sowie der ukrainischen Firma Eco-Optima zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die Wasserstoffproduktion in der Ukraine und den anschließenden Transport nach Österreich und Deutschland zu fördern.

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„Noch lange keine Ende der Speicherung von Erdgas/ Methan“

Das aktuelle Projekt Underground Sun Storage 2030 ist nun aber zunächst bis 2025 angesetzt. Mit einer tatsächlichen marktreifen Umsetzung der Wasserstoffspeicherung in den ehemaligen Erdgasspeichern, rechnet der Bauleiter des Projektes dann zu 2030, wenn durch Österreichs Pläne, den Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ab 2030 zu decken, der Bedarf entsprechend wächst. Auch bei dem gesamtösterreichischen Energiebedarf soll der Anteil der erneuerbaren Energien bis dahin steigen. Ab wann die RAG Austria komplett auf die Speicherung von grünem Wasserstoff umsteigen könnte, kann Bauer heute allerdings noch nicht definieren:“ Das ist vermutlich noch verfrüht, hier eine Festlegung zu treffen. Wir gehen davon aus, dass der Energieträger Erdgas/Methan noch sehr lange Bedeutung haben wird. Einerseits kann Methan auch in erneuerbarer Form gespeichert werden, andererseits wird auch an Lösungen gearbeitet, aus klassischem Erdgas Wasserstoff ohne CO2 Emissionen zu gewinnen. Dabei wird Methan in Wasserstoff und Kohlenstoff gespalten. Dieser Kohlenstoff hat keine klimaschädlichen Auswirkungen. Der Ausgangsstoff für diesen Prozess, Methan, muss natürlich auch in Speichern vorrätig gehalten werden. Wir wollen also die Speicherung von Wasserstoff als neues Geschäftsfeld entwickeln aber nicht zuletzt aufgrund der höheren Energiedichte sehen wir also noch lange kein Ende der Speicherung von Erdgas/Methan“, so Bauer.

Underground Sun Storage 2030 wird wie die vorausgegangen Projekte, Underground Sun Storage  und Underground Sun Conversion, vom Klimaministerium gefördert. Laut dem Projektleiter Bauer handelt es sich dabei um eine „hohe siebenstellige Fördersumme. „

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