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Atomenergie

Im US-Bundesstaat Wyoming soll 1. Mini-AKW von Bill Gates entstehen

© Dan Meyers / Unsplash
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Erst vor Kurzem gaben die europäische Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bill Gates, als Gründer von Breakthrough Energy, aktuell ihre Zusammenarbeit bekannt. Zwischen 2022 bis 2026 sollen groß angelegte kommerzielle Demonstrationsprojekte für CO2-arme Technologien mit bis zu 820 Mio. Euro (1 Mrd. USD) gefördert werden ( Tech & Nature berichtete). Nur einen Tag später wurde eine weitere Zusammenarbeit von Gates für die Durchführung eines weiteren Demonstrationsprojektes bekannt. Diesmal allerdings nicht in Europa, sondern in Amerika und auch mit einem anderem Schwerpunkt. Das ebenfalls von Gates vor 15 Jahren gegründete Unternehmen Terrapower wird gemeinsam mit dem Energieversorger PacifiCorp in Wyoming ein Mini-Natrium-gekühltes Atomkraftwerk erbauen.

Bill Gates und EU-Kommission fördern jetzt gemeinsam Klimatechnologien

Unterstützung von US-Regierung

Ein ehemaliges Kohlekraftwerk soll als Standort für das Mini-Kraftwerk dienen, berichtet das Online-Magazin Heise mit Bezug auf eine Mittelung von PacifiCorp. Der 345-Megawatt-Natrium-gekühlte Schnellreaktor wird außerdem über einen Energiespeicher auf einer  Salzbasis verfügen. Damit sollen kurzzeitig Leistungen  von bis zu  500 MW möglich sein. Bei dem aktuell angekündigten Projekt soll es sich den Betreibern zufolge um ein Demonstrationsprojekt handeln, in welchem die Natrium-Technologie getestet wird. Wo genau das stehen wird, ist bisher noch offen. Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung auf einen geeigneten Standort gefallen sein.

Unterstützt wird Terrapower auch von der US-Regierung und haben eine Förderung über  80 Millionen US-Dollar von dem US-amerikanischen Energieministerium zugesprochen bekommen, wie Heise Online angibt. Die genauen Kosten für das aktuelle Projekt in Wyoming sind dabei nicht bekannt. Wie der Guardian berichtet, sprach Terrapower letztes Jahr von einer Milliarde US-Dollar.

Potenzial von Mini-AKWs umstritten

Inwiefern die Small Modular Reactors (SMR) tatsächlich eine Lösung für die Energiegewinnung für die Zukunft sein könnten, ist umstritten. Während sie für die einen die schnellste Lösung für einen Weg raus aus den fossilen Energieträgern sind, ist ihr Potenzial für andere weniger hoch eingeschätzt. Im März 2021 hat das deutsche Bundesministerium für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die neusten „Trends“ im Bereich der Energiegewinnung durch Atomkraft in zwei Gutachten untersuchen lassen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen unter anderem die Small Modular Reactors (SMR).  Der Vorteil von diesen: Kleine modulare Reaktoren, welche laut Angaben der International Atomic Energy Agency (IAEA)  sicherer, preiswerter und flexibler seien als bisherige Atomkraftwerke. Auch sollen in den SMR nukleare Energien und erneuerbare Energiequellen kombiniert werden können. Der Nachteil den aktuellen Erhebungen der BASE zufolge: Die bisher ungeklärte Frage der Endlagerung des radioaktiven Abfalls bleibt.

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