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Hype E-Bike: Importierte E-Fahrräder wenig nachhaltig

E-Bike: Lokale Produktion nachhaltiger © Wolfram Bölte / Unsplash
E-Bike: Lokale Produktion nachhaltiger © Wolfram Bölte / Unsplash

E-Bikes liegen durch die Corona-Zeit mehr im Trend denn je. Einer kürzlichen Analyse des virtuellen Marktplatzes willhaben zufolge haben österreichische Verbraucher im Jahr 2020 dort etwa sechs Millionen Male die Suchbegriffe „E-Bike“ oder „Elektro-Fahrrad“ eingegeben. Zur Zeit des ersten Lockdowns habe hier eine Steigerung von bis zu 400 Prozent binnen weniger Wochen stattgefunden. Jedoch sind nicht alle E-Bikes klimafreundlich, besagt die Erfahrung des deutschen Anbieters Pendix: Vor allem der Import aus dem Ausland hebt die CO2-Emissionen an.

Oft lange Transportwege bei Komponenten

Schon bei der Neuproduktion eines E-Bikes entstehen laut Pendix mehr als 345 Kilogramm CO2. Das liege vor allem an den langen Transportwegen bei den Komponenten, die häufig aus fernöstlichen Ländern kommen. Auch heikel seien die Lithium-Ionen-Akkus, die Rohstoffe wie Kobalt brauchen, die ebenfalls aus dem Ausland stammen. Zusätzlich dazu sei die Entsorgung der Energiequelle oft ein Problem, besonders weil sich einige Recycler nicht an die vorgegeben Richtlinien halten.

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Laut Pendix-Geschäftsführer Thomas Herzog sollten Verbraucher dennoch zu E-Bikes greifen, statt das Auto zu nutzen: „Schon nach durchschnittlich 165 gefahrenen Kilometern, die wir mit dem E-Bike statt mit dem Auto zurücklegen, sind die CO2-Emissionen eines Akkus ausgeglichen“, so Herzog. Pendix rät auch dazu, nur Elektrofahrräder zu kaufen, die lokal produziert werden. Eine weitere Methode, unnötig Ressourcen zu verbrauchen, sei die Nutzung eines Nachrüstantriebs. Ein solcher bestehe meist aus einem Motor, einem Akku, einer Tretkurbel sowie dem Ladegerät.

Hin und wieder Motor abstellen

„Ein Nachrüstantrieb ist immer günstiger als ein neues E-Bike. Und vor allem spart es Rohstoffe, ein vorhandenes Rad einfach nachzurüsten, statt sich ein neues Komplettrad zu kaufen und dann zwei Bikes im Keller oder in der Garage stehen zu haben“, empfiehlt Herzog. Radfahrer sollten dem Pendix-Geschäftsführer zufolge außerdem in Erwägung ziehen, sich hin und wieder einfach auf ihre Muskelkraft zu verlassen und den Motor auszuschalten. Dadurch könnten sie den zu häufigen Austausch des Akkus vermeiden.

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