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Studie

Höhepunkt an Strom aus fossilen Brennstoffen wurde bereits 2018 überschritten

© cotrim on Pixabay
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Strom aus fossilen Brennstoffen hat weltweit schon im Jahr 2018 seinen Zenit überschritten, besagt eine Studie des britischen Thinktanks Carbon Tracker und des indischen Instituts CEEW. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer würden aufgrund der zunehmend niedrigeren Kosten von erneuerbaren Energien stärker auf deren Ausbau setzen. Bei ihrer Energieversorgung überspringen sie laut der Studie den Schritt einer fossilen Infrastruktur. Entwickelte Industriestaaten hätten den Zenit bei fossilen Brennstoffen bereits 2007 überschritten.

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„Schwellenländer Schlüssel zu Energiewende“

„Schwellenländer sind der Schlüssel für die globale Energiewende. 88 Prozent des Wachstums der Stromnachfrage zwischen 2019 und 2040 werden voraussichtlich aus ihnen kommen. Wenn sie nicht auf erneuerbare Energien umsteigen, wird es keine globale Energiewende geben. Erneuerbare Energien sind bereits in 90 Prozent der Welt die billigste Quelle für neuen Strom, was bedeutet, dass Schwellenländer keine riesige Strominfrastruktur auf der Basis fossiler Brennstoffe aufbauen müssen“, heißt es in dem Bericht.

Als Grundlage für die Studie hat Carbon Tracker vor allem Daten und Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA und der OECD verwendet, so die eigenen Angaben. Dabei geht der Thinktank davon aus, dass der Energieverbrauch in Schwellen- und Entwicklungsländern weit schneller steigt als in westlichen Industriestaaten und Japan. Bis 2040 werden laut der Studie 88 Prozent des steigenden Energiebedarfs in Schwellenländern anfallen – an erster Stelle stehe China, gefolgt von Indien.

China spielt für die Forschenden eine Schlüsselrolle, da das Land weltweit am meisten Treibhausgase produziert. Außerdem wachse der Energiebedarf dort nach wie vor rasant. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass fast 40 Prozent des weltweit steigenden Energiebedarfs bis 2040 in China anfallen werden. Momentan baut die Volksrepublik noch mehr Kohlestrom zu als Ökostrom. Allerdings soll sich das bis zum Jahr 2025 ändern, so die ehrgeizigen Ziele der chinesischen Regierung.

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Strom in Entwicklungsländern immer nachhaltiger

Abgesehen von China decken erneuerbare Energien der Studie zufolge bereits jetzt zu einem Großteil den steigenden Stromverbrauch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Im Jahr 2019 erzeugten diese Länder etwa 87 Prozent des Zuwachses der Stromproduktion mit Hilfe von Wind und Sonne. Dabei ist Solarenergie die dominante Form von Stromerzeugung. Windkraft spielt mit einem Anteil von vier Prozent an der Produktion noch eine untergeordnete Rolle, zeigen die aktuellen Ergebnisse der Studie.

In einer Aussendung vergleicht das Forschungsteam die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den Entwicklungsländern mit der des Telefons in den vergangenen Jahrzehnten. Viele Entwicklungsländer haben nämlich nie ein Festnetz aufgebaut. Stattdessen sind auch in Ländern, in welchen jahrzehntelang Kriege tobten wie Afghanistan, funktionierende Mobilfunknetze entstanden. Eine ähnliche Entwicklung könnte auch im Bereich Energie folgen. Statt sich auf fossile Energien zu stützen, könnte durch die direkte Nutzung von erneuerbaren Energien, die globale Energiewende ein wenig näher rücken.

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