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Nach Öffnungszeiten-Streit

Hansagfood: Bauernläden-Container schließen endgültig ihre Türen

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In der Corona-Pandemie war es eine der boomenden Branchen, nun ist der erste österreichische Vertreter, der Pionier sozusagen, am Ende. Wie aktuell bekannt wurde, schließen heute die Bauernläden-Container des Anbieters Hansagfood. Insgesamt neun Stück waren bisher in Niederösterreich und dem Burgenland am Markt. Der erste seit 2018. Damit ist jetzt Schluss.

Anzeige wegen unlauteren Wettbewerb

Angekündigt hat sich das Ende schon seit geraumer Zeit. Im Frühjahr 2021 erhielt der Betreiber der Selbstbedienungsläden, Hans Goldenits, eine Anzeige gegen unlauteren Wettbewerb des Schutzverbandes, da seine Container 24 Stunden am Tag geöffnet waren. Das verstößt aber das geltende Öffnungszeitengesetz, da in den Containern eben nicht nur eigene landwirtschaftliche Produkte verkauft werden. Daraufhin wurden die Öffnungszeiten eingeschränkt. Das sei dem Betreiber zufolge allerdings nicht rentabel, weswegen er sich zu dem endgültigen Schritt entscheidet.

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Wie der burgenländische Bio-Landwirt Goldenits auf den eigenen Social-Media-Kanälen bekannt gibt, hätte die „allzu harte Auslegung der Gesetzeslage“ „nun doch die Schließung zur Folge“.  In dem geltenden Gesetz sieht er auch eine Benachteiligung seines Konzeptes: „Wir können ehrlich sagen, dass wir alles versucht haben, jedoch stehen die pro-Konzern gemachten Gesetze jedem noch so innovativen, regionalen, bäuerlichen und umweltgerechten Konzept entgegen“, so Goldenits.

Petition für den Erhalt der Läden

Kampflos ist der Bio-Landwirt tatsächlich nicht vom Felde gezogen. Im April 2021 startete er eine Online-Petition für den Weiterbetrieb seiner bäuerlichen 24-Stunden Selbstbedienungsläden hierzulande. Die Argumentation: Seine Container sind Automaten, ähnlich wie Zigarettenautomaten, welche ebenfalls dauerhaft geöffnet sind. Auch wenn diese Ansicht bisher über 4.100 Personen mit ihrer Unterschrift unter der Petition geteilt haben, hat es doch bisher nicht gereicht.

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Wie die apa berichtet, sei die Problematik mit den Hofläden der Rechtsabteilung der Landwirtschaftskammer Burgenland bekannt. So wird ein Bauernladen gewerberechtlich zu einem Handelsbetrieb, sobald Produkte von anderen Landwirt:innen zugekauft werden. Das hat steuerrechtlich dann Auswirkungen auf die Umsatzsteuer und es gebe keine Einkommensteuer-Pauschalierungsmöglichkeit mehr. Dadurch müssen sich dann auch die Verkaufspreise ändern, was die Rentabilität der Läden belastet.

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